Zurück geht es hier Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.

<
News + Analysen
News + Adhoc
Analysen
Kursziele
>
<
Unternehmen
Termine
Profil
>
<
zugeh. Wertpapiere
Strukturierte Produkte
>
Dreistellige Millionensumme 18.04.2024 16:17:00

Arbonia-Aktie verzeichnet starke Gewinne: Käufer für Klimadivision gefunden - Arbonia plant Aktienrückkaufprogramm

Arbonia-Aktie verzeichnet starke Gewinne: Käufer für Klimadivision gefunden - Arbonia plant Aktienrückkaufprogramm

Der Bauzulieferer Arbonia hat einen Käufer für seine Klimadivision gefunden: Die chinesische Midea Group übernimmt das Geschäft mit den Heizungen, Wärmepumpen und Lüftungen.

Nun will Arbonia die verbleibende Türendivision mit Käufen ausbauen.

"Die Transaktion hat für Arbonia und vielleicht für die Industrie in ganz Europa einen transformatorischen Charakter", sagte der exekutive Verwaltungsratspräsident Alexander von Witzleben am Donnerstag an einer Telefonkonferenz zum Verkauf.

Mit der Übernahme durch Midea könne sich die Klimadivision zu einem milliardenschweren Konzern entwickeln. Damit sei sie im umkämpften europäischen Energiemarkt besser positioniert, als wenn sie Arbonia alleine weitergeführt hätte.

Standorte und Mitarbeitende sollen übernommen werden

Midea zahlt für die Klimadivision 760 Millionen Euro, wie das Thurgauer Unternehmen weiter mitteilte. Die Marken der Division, darunter Kermi, Prolux, Sabiana und Vasco, wolle der neue Eigentümer behalten. Dieser plane auch, weiterhin in die bestehenden Standorte und Mitarbeitenden zu investieren.

Midea ist bei Klimaanlagen chinesischer Marktführer. Die Gruppe erwirtschaftete zuletzt mit 166'000 Mitarbeitenden an mehr als 200 Standorten einen Umsatz von gut 51 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die von Arbonia verkaufte Klimadivision bringt knapp 650 Millionen Franken Umsatz auf die Waage und beschäftigt gut 3200 Mitarbeitende.

Die nicht-betriebsnotwendigen Immobilien von "climate" bleiben derweil bei Arbonia, betonte von Witzleben. Diese sollen zeitnah verkauft werden. Die zuständigen Aufsichtsbehörden müssen der Übernahme nun noch zustimmen. Dies dürfte bis im zweiten Halbjahr 2024 geschehen.

Die Abwicklung inklusive der Durchführung einer ausserordentlichen Generalversammlung für die Ausschüttung an die Aktionärinnen und Aktionäre - diese sollen bis zu 400 Millionen des Erlöses erhalten - werde voraussichtlich bis Ende Jahr abgeschlossen sein, so der Verwaltungsratspräsident weiter.

Gespräche für Ausbau der Türendivision laufen

Wie bei der Vorlage der Jahreszahlen im Februar angekündigt, will Arbonia einen Teil des Verkauferlöses für die Begleichung von Schulden und die Stärkung der verbleibenden Division Türen nutzen. In das Türengeschäft sollen 200 Millionen Euro fliessen, so der Konzern.

Die Türendivision soll damit durch Akquisitionen wachsen, insbesondere in Süd- und Osteuropa. Kaufgespräche mit Unternehmen mit hohen zweistelligen Margen liefen bereits, sagte von Witzleben.

Mit dem Türengeschäft peilt Arbonia unter stabilen Wechselkursbedingungen bis 2028 einen Umsatz von 900 Millionen Franken und eine EBITDA-Marge von 15 Prozent an. Bereits 2025 soll die Division laut dem Konzernchef 700 Millionen umsetzen und eine zweistellige EBITDA-Marge erzielen. Zum Vergleich: 2023 lag der Umsatz im Türen-Bereich bei 501,6 Millionen Franken und die EBITDA-Marge bei 7,8 Prozent.

Die Anleger sind begeistert

Arbonia-Aktien gehören am Donnerstag zu den Top-Favoriten am Schweizer Aktienmarkt. Der Bauzulieferer hat einen Käufer für die Klimadivision gefunden: Der chinesische Konzern Midea übernimmt das Geschäft mit den Heizungen, Wärmepumpen und Lüftungen für 760 Millionen Euro. Rund die Hälfte des Erlöses soll an die Aktionäre fliessen.

Zeitweise ziehen die Aktien um 6,17 Prozent auf 12,38 Franken an. Damit setzen die Aktien ihren bereits starken Lauf in diesem Jahr mit beschleunigtem Tempo fort. Seit Jahresbeginn summieren sich die Kursgewinne damit auf annähernd 30 Prozent. Der SPI verliert zeitgleich 0,18 Prozent.

Dank dieser Transaktion werde Arbonia seine Komplexität als Konglomerat reduzieren, schreibt Etwa der Vontobel-Analyst Bernd Pomrehn. Nach der Transaktion wird sich das Unternehmen durch mögliche Fusionen und Übernahmen auf sein Türengeschäft konzentrieren und dieses stärken. "Nach den verwässernden Kapitalerhöhungen der letzten Jahre ist der Rückfluss von 400 Millionen Franken durch Nennwertreduktion und Aktienrückkäufe eindeutig positiv für die Aktionäre", so der Analyst.

Auch bei der ZKB nennt Analyst Martin Hüsler die Massnahmen aktionärsfreundlich. Sie sollten den Kurs stützen.

Arbon (awp)

Weitere Links:


Bildquelle: Arbonia,Keystone