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Geändert am: 09.04.2026 22:02:11
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Israel will mit Libanon verhandeln: US-Börsen beenden Handel im Plus -- SMI letztlich in Grün -- DAX schliesslich unter 24'000 Punkte -- Asiens Börsen letztlich schwächer
Der heimische Aktienmarkt präsentierte sich am Donnerstag schlussendlich mit Gewinnen. Der deutsche Leitindex notierte klar im Minus. Die US-Börsen präsentierten sich mit positiven Vorzeichen. Die Börsen in Fernost gaben am Donnerstag nach.
SCHWEIZ
Der Schweizer Aktienmarkt präsentierte sich am Donnerstag letztlich mit positiven Vorzeichen.
So eröffnete der SMI die Sitzung etwas höher, konnte die Gewinne jedoch nicht halten und tendierte schliesslich um die Nulllinie herum, bevor er wieder in die Gewinnzone rutschte. Sein Schlussstand: 13'159,56 Punkte (0,35 Prozent im Plus).
Die Nebenwerte-Indizes SPI und SLI schlossen sich der Tendenz des Leitindex an. So gingen sie 0,32 Prozent fester bei 18'377,07 Punkten bzw. 0,23 Prozent im Plus bei 2'101,32 Zählern in den Feierabend.
Es ist noch zu früh, um "Alles wird gut" zu proklamieren, kommentierte ein Marktteilnehmer die Entwicklung.
Ein anderer meinte: "Die zwischen den USA und dem Iran vereinbarte vierzehntägige Waffenruhe zeigt sich als ein sehr wackeliges Konstrukt." Insbesondere sei die Lage in der Strasse von Hormus weiterhin unklar. "Von einer Öffnung der wichtigen Lebensader kann im Augenblick noch nicht gesprochen werden."
Angesichts der massiven Luftangriffe Israels im Libanon drohte der Iran bereits, die gerade erst mit den USA vereinbarte Waffenruhe platzen zu lassen. US-Präsident Donald Trump wiederum drohte dem Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte. Es werde alles bereitgehalten, was für die "Vernichtung" eines bereits geschwächten Gegners notwendig sei, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
In der Folge zog der Ölpreis wieder an. Nachdem der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent am Mittwochnachmittag zeitweise noch unter 91 US-Dollar gefallen war, steht er aktuell bei knapp 98 Dollar.
Konjunkturdaten gelten angesichts der Ereignisse im Nahen Osten weiterhin als nebensächlich.
DEUTSCHLAND
Der deutsche Leitindex gab am Donnerstag nach.
Der DAX eröffnete die Sitzung bereits unter der 24'000-Punkte-Marke und fiel auch im Anschluss. Er ging 1,14 Prozent im Minus bei 23'806,99 Punkten in den Feierabend.
Nach der Erholungsrally zur Wochenmitte war am deutschen Aktienmarkt Ernüchterung eingekehrt. Bei wieder gestiegenen Ölpreisen gaben die wichtigsten Indizes am Donnerstag deutlich nach. Angesichts der verheerenden Luftangriffe Israels im Libanon drohte der Iran, die gerade erst mit den USA vereinbarte Waffenruhe platzen zu lassen. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte.
"Die zwischen den USA und dem Iran vereinbarte vierzehntägige Waffenruhe zeigt sich als ein sehr wackeliges Konstrukt", schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Handelshauses CMC Markets. Es sei zu erwarten gewesen, dass sich die Verhandlungen und die Aufrechterhaltung der Waffenruhe als sehr schwierig zeigen werden. Die Situation im Iran ist dem Experten zufolge weiterhin verworren und die vereinzelten Randkriegsschauplätze verkomplizierten die Situation zusätzlich.
Die Ölpreise bleiben der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt, und damit die Risikofreude der Anleger. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni war tags zuvor mit fast 90 US-Dollar auf das tiefste Niveau seit Mitte März gesackt. Inzwischen kostet Brent-Öl wieder gut 98 Dollar. "Es zeichnet sich dadurch keine Entlastung für die energieabhängige deutsche Industrie und den europäischen Verbraucher ab", fuhr Lipkow fort.
Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus ActivTrades mahnte insgesamt zur Vorsicht: "Die Angst vor neuen geopolitischen Beben bleibt das dominierende Narrativ." Anleger reagierten extrem nervös auf jeden Newsticker - sei es zur finalen Öffnung der Strasse von Hormus oder gar zu den brandgefährlichen Diskussionen über einen US-Austritt aus dem Militärbündnis Nato.

WALL STREET
Die US-Börsen drehten am Donnerstag im Handelsverlauf in die Gewinnzone.
Der Dow Jones verlor anfänglich leicht, konnte im Anschluss jedoch Aufschläge verzeichnen. Sein Schlussstand: 48'185,80 Punkte (+0,58 Prozent).
Der NASDAQ Composite eröffnete dagegen kaum bewegt und gab im Anschluss leicht nach. Auch er verbuchte im weiteren Verlauf Gewinne und beendete den Handel 0,83 Prozent stärker bei 22'822,42 Punkten.
Nach anfänglichen Kursverlusten, die auf Zweifel an der Stabilität des zweiwöchigen Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran zurückzuführen waren, drehte die Wall Street im Verlauf des Donnerstags ins Plus. Marktteilnehmer beschrieben die Einigung zwar als unsicher, sehen jedoch zugleich ermutigende Anzeichen. Aus den Golfstaaten wurde seit fast 24 Stunden kein Raketen- oder Drohnenbeschuss aus Teheran gemeldet, was als Hinweis darauf gewertet wurde, dass die Waffenruhe zunehmend Wirkung zeigt. Zudem berichteten Medien, dass Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bereit sein soll, Gespräche mit dem Libanon aufzunehmen. Zuvor hatten anhaltende israelische Angriffe auf Positionen der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon das Waffenstillstandsabkommen beinahe gefährdet.
Laut Reza Amiri Moghadam, dem iranischen Botschafter in Pakistan, wollen iranische Unterhändler nach Pakistan reisen, um "ernsthafte Gespräche" mit den USA aufzunehmen. Zuvor hatte Teheran laut Wall Street Journal über Vermittler signalisiert, dass eine Teilnahme an den Verhandlungen von einer Waffenruhe im Libanon abhänge.

ASIEN
Nach kräftigen Kursgewinnen am Vortag ging es am Donnerstag an den Börsen in Asien mit den Kursen etwas nach unten.
In Tokio notierte der Nikkei 225 letztlich 0,73 Prozent tiefer bei 55'895,32 Punkten.
Auf dem chinesischen Festland gab der Shanghai Composite 0,72 Prozent auf 3'966,17 Zähler nach.
In Hongkong verlor der Hang Seng derweil 0,54 Prozent auf 25'752,40 Einheiten.
Viele Marktteilnehmer dürften weiter abwarten, wie sich die Lage im Nahen Osten entwickelt, zumal die zwischen den USA und Iran vereinbarte zweiwöchige Feuerpause brüchig wirkt. So kam es in der Region vereinzelt noch zu Angriffen.
Dazu ist offenbar die Strasse von Hormus immer noch weitgehend blockiert, was einer zentralen Bedingung für die Waffenruhe widerspricht. Der Schiffsverkehr durch die für Öltransporte äusserst wichtige Meerenge sei wieder eingestellt worden und Öltanker müssten umkehren, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars, die der Islamischen Revolutionsgarde nahesteht. Grund seien Angriffe im Libanon, die Israel auch nach Trumps Ankündigung fortgesetzt und sogar noch ausgeweitet habe. Iran fordert, dass der Libanon in die Waffenruhe einbezogen wird, was die USA und Israel bislang ablehnen.
Die Ölpreise stiegen denn auch wieder etwas, nachdem sie schon am Vortag etwas deutlicher über den Tagestiefs geschlossen hatten.
Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires
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Wirtschaftsdaten
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| 09.04.26 | Personal Consumption Expenditures - Price Index (MoM) |
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| 09.04.26 | Verbraucherpreisindex - Kernrate (Jahr) |
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