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24.05.2022 18:30:41

MÄRKTE USA/Sehr schwach - Snap stürzen um 40% ab, Abercrombie um 30%

Von Steffen Gosenheimer

NEW YORK (Dow Jones)--Die Berg-und Talfahrt an der Wall Street geht weiter. Nach den kräftigen Erholungsgewinnen am Montag verdirbt eine Gewinnwarnung von Snap am Dienstag den Akteuren die Stimmung bereits wieder. Vor allem Technologiewerte leiden unter der Hiobsbotschaft. Dazu gelten sie wegen ihrer oft hohen Bewertungen als besonders empfindlich im derzeitigen Umfeld steigender Zinsen.

Der Dow-Jones-Index verliert zur Mittagszeit in New York 0,8 Prozent auf 31.619 Punkte, der S&P-500 fällt um 1,7 Prozent. Die techniklastigen Nasdaq-Indizes sacken ab um bis zu 2,8 Prozent. Trotz der derben Einbussen zeigen sich die Indizes damit von den Tagestiefs einigermassen erholt. Der S&P-500 steht wie schon am Freitag kurz davor, in den sogenannten Bärenmodus zu rutschen, das heisst 20 Prozent unter dem jüngsten Hoch zu notieren, was als negatives Zeichen gilt.

Die Rally am Vortag war schon da von vielen Teilnehmern mehr als eine technische Gegenbewegung aufgefasst worden, und nicht als eine nachhaltige Erholung. Am Markt geht die Angst um, dass die US-Notenbank mit ihrer straffen Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung die Wirtschaft in die Rezession treiben könnte.

"Der Markt dreht sich weiterhin von innen nach aussen und von aussen nach innen und versucht herauszufinden, ob er alle bevorstehenden Zinserhöhungen, die sanfte Landung oder die Rezession, die Inflation oder die Stagflation, China, die Ukraine, die Sommer-Autosaison in den USA, die Lieferketten und vieles mehr eingepreist hat. Das Ergebnis ist ein tägliches Wechselbad der Gefühle, und es scheint klar, dass die Volatilität der Gewinner ist", so Jeffrey Halley, Analyst bei Oanda.

Vom Markit-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor im Mai und den Neubauverkäufen im April kommen tendenziell negative Impulse. Die Daten haben jeweils die Prognosen verfehlt. Immerhin fiel der Index für die Industrie wie erwartet aus. Er deutet zudem wie auch der gesunkene Dienstleistungsindex weiter auf Expansion hin. Für Bewegung könnte im Handelsverlauf noch Fed-Chef Jerome Powell sorgen, der sich auf einem Wirtschaftsgipfel zu Wort meldet.

Anleihen gesucht - Marktzinsen fallen deutlich

Staatsanleihen sind mit den schwächlichen Konjunkturdaten als sicherer Hafen gesucht, die Renditen sinken also. Im Zehnjahresbereich geht es um 11 Basispunkte kräftig abwärts auf 2,74 Prozent.

Der Goldpreis (+0,8%) profitiert von den weniger attraktiven Anleiherenditen und dem schwächeren Dollar. Die Ölpreise zeigen sich wenig bewegt.

Nach dem kräftigen Vortagesanstieg legt der Euro weiter zu auf 1,0748 Dollar und damit ein Vierwochenhoch. Der Dollar-Index gibt um weitere 0,4 Prozent nach. Auslöser für die Euro-Stärke war die Ankündigung von Zinserhöhungen durch EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Sommer. Gegenwind für den Dollar kommt auch von den sinkenden US-Renditen.

Aktien sozialer Netzwerke im Snap-Strudel

Snap kann die Prognose für das laufende Quartal nicht halten, weil sich das wirtschaftliche Umfeld schneller als erwartet eingetrübt hat. Die Betreibergesellschaft des sozialen Netzwerks Snapchat will deswegen die Einstellung neuer Mitarbeiter und auch die Investitionen drosseln. Die Aktie stürzt um 40 Prozent ab. Im Strudel werden auch andere Werte von Unternehmen mit nach unten gerissen, die stark vom Werbegeschäft abhängen: Meta Platforms (Facebook) fallen um 8,9, Alphabet (Google) um 6,2, Pinterest um 24,7 und Twitter um 4,1 Prozent.

Bei Zoom (+6,6%), einem der Nutzniesser der Pandemie, macht sich die Rückkehr zur Normalität bemerkbar. Weil wieder häufiger in den Büros und weniger von zuhause aus gearbeitet wird, hat der Anbieter von Lösungen für Videokonferenzen im ersten Quartal sein bisher schwächstes Wachstum verzeichnet, aber immer noch die Erwartungen übertroffen. Überdies hob Zoom die Gewinnprognose an.

Abercrombie & Fitch Co. stürzen um 30 Prozent ab. Trotz höherer Umsätze hat der Bekleidungseinzelhändler im ersten Quartal einen Verlust eingefahren. Das Unternehmen senkte zugleich die Umsatzprognose für das Gesamtjahr.

Nautilus brechen um gut 20 Prozent ein. Der Anbieter von Fitnessgeräten ist in seinem vierten Geschäftsquartal in die Verlustzone gerutscht.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 31.619,02 -0,8% -261,22 -13,0%

S&P-500 3.907,36 -1,7% -66,39 -18,0%

Nasdaq-Comp. 11.215,27 -2,8% -320,01 -28,3%

Nasdaq-100 11.711,52 -2,7% -322,76 -28,2%

US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 2,51 -9,6 2,60 177,8

5 Jahre 2,74 -12,8 2,87 148,5

7 Jahre 2,77 -11,7 2,89 133,4

10 Jahre 2,74 -10,9 2,85 123,3

30 Jahre 2,97 -9,0 3,06 106,9

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:16 Uhr Mo, 18:06 Uhr % YTD

EUR/USD 1,0744 +0,5% 1,0672 1,0667 -5,5%

EUR/JPY 136,01 -0,5% 136,19 136,34 +3,9%

EUR/CHF 1,0313 -0,1% 1,0311 1,0309 -0,6%

EUR/GBP 0,8566 +0,8% 0,8483 0,8483 +1,9%

USD/JPY 126,59 -1,0% 127,63 127,81 +10,0%

GBP/USD 1,2544 -0,3% 1,2580 1,2575 -7,3%

USD/CNH (Offshore) 6,6577 -0,0% 6,6825 6,6610 +4,8%

Bitcoin

BTC/USD 29.389,29 +0,3% 29.364,19 30.380,31 -36,4%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 110,03 110,29 -0,2% -0,26 +51,2%

Brent/ICE 113,64 113,42 +0,2% 0,22 +49,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.868,87 1.853,50 +0,8% +15,37 +2,2%

Silber (Spot) 22,11 21,80 +1,4% +0,31 -5,1%

Platin (Spot) 960,68 957,98 +0,3% +2,70 -1,0%

Kupfer-Future 4,30 4,34 -1,0% -0,04 -3,4%

===

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos/raz

(END) Dow Jones Newswires

May 24, 2022 12:30 ET (16:30 GMT)


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Long 9’627.34 8.86 VSSM6U
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