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01.07.2022 13:06:36

Migros und Cembra kämpfen um Kunden der Cumulus-Kreditkarte

(Zusammenfassung)

Zürich (awp) - Mit dem Auslaufen der Partnerschaft von Migros und Cembra ist der Kampf um die Cumulus-Kreditkartenkunden entbrannt. Die Konsumkreditbank Cembra bringt nun die bestehenden Cumulus-Kunden auf ihr neues Kreditkartenangebot "Certo!" während die Migros Bank ihrerseits die "neue Cumulus-Karte" lanciert.

Das Aus für die Kreditkarten-Zusammenarbeit zwischen der Migros und Cembra auf Ende Juni war bereits im vergangenen August angekündigt worden. Laut den damaligen Angaben waren rund 850'000 Cumulus-Kreditkarten im Umlauf. Für die Migros sei es "strategisch naheliegend", das Produkt gemeinsam mit der eigenen Migros Bank anzubieten, heisst es in einer Mitteilung der Migros-Bank vom Freitag.

Bisherige Cumulus-Karten bleiben gültig

Für die bisherigen Kunden der Cumulus-Mastercard ändert sich unmittelbar wenig: Ihre Karten behalten ihre Gültigkeit bis zum Verfalldatum, wie einer Cembra-Mitteilung vom Freitag zu entnehmen ist. Die ersten Certo-Nachfolgekarten will Cembra nun - je nach Verfallsdatum - in den kommenden Wochen an Cumulus-Kunden verschicken. Diese könnten "sofort aktiviert und nahtlos weiter eingesetzt" werden - alle Kartendaten und der Kartenvertrag bleiben unverändert.

Neue Cumulus-Karten werden dagegen nun von der Migros Bank herausgegeben. Kundinnen und Kunden könnten die neue Kreditkarte ab sofort per App, auf der Webseite oder mittels Papierformular beantragen, teilte die Migros Bank am Freitag mit. Mit der Karte, auf die wie beim Konkurrenzangebot weiterhin keine Jahresgebühr erhoben wird, lassen sich beim Bezahlen auch Cumulus-Punkte sammeln.

Anreize für Kunden

Beide Kartenherausgeber wollen die Kundinnen und Kunden allerdings auch über spezielle Anreize halten respektive neu anlocken. So verspricht Cembra den Nutzerinnen und Nutzern ihrer Certo-Mastercard eine "Geld-zurück-Prämie": Für Einkäufe bei Migros, Coop und SBB werden ihnen 1 Prozent der Summe wieder gutgeschrieben. Alle anderen Transaktionen würden mit einer Geld-zurück-Prämie von 0,33 Prozent belohnt, so Cembra.

Dagegen lockt die Migros-Bank ausser mit Cumulus-Punkten auch mit einem weltweiten gebührenfreien Einkauf sowie mit einem kostenlosen Bargeldbezug an den Migros-Kassen, wie es in der Mitteilung heisst. Bei der Beantragung via App werde die neue Cumulus-Kreditkarte zudem die erste Kreditkarte der Schweiz sein, deren Antrag "in Echtzeit" geprüft werde.

Derweil wird die Certo-Karte von Cembra per sofort auch für Neukundinnen und -kunden als "Certo! One Mastercard" angeboten. Bei dieser Version ist die "Geld-zurück-Prämie" erweiterbar: Die Nutzer können ihre drei "Lieblingshändler" für die 1 Prozent-Rückerstattung aus einer Liste von anfänglich 20 Händlern auswählen und diese monatlich anpassen. Für die Einführung der Certo-Kartenfamilie hat Cembra eine nationale Werbekampagne lanciert.

Cembra will Mehrheit behalten

Cembra wolle natürlich "so viele Cumulus-Kreditkartenkunden wie möglich" halten, erklärte CEO Holger Laubenthal am Freitag an einer Medienorientierung. In den vergangenen Monaten hatte er es zum Ziel erklärt, eine "Mehrheit" von ihnen bei der Bank zu halten. Von den per Ende 2021 rund 1,1 Millionen von Cembra ausgegebenen Karten machen die Cumulus-Karten den "grossen Teil" aus. Daneben arbeitet Cembra im Kartengeschäft mit weiteren Detailhandelsunternehmen wie Conforoma, Fnac oder neu auch Spar zusammen.

Der Cembra-Chef bekräftigte vor den Medien die Finanzziele der Bank, darunter auch eine Dividende mindestens in der Vorjahreshöhe von 3,85 Franken. Der Kurs der Cembra-Aktien stieg am Freitag an einer insgesamt leicht rückläufigen Börse bis am Mittag um gut 1 Prozent auf 69,05 Franken. Allerdings ist die Aktie damit weiterhin weit entfernt vom Kursniveau von 97 Franken, das sie im vergangenen August kurz vor dem Platzen der Migros-Zusammenarbeit erreicht hatte.

tp/kw


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