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Strategiewechsel 15.04.2026 16:27:37

Nestlé-Aktie schwächer: Präsidenten Isla junge sagt Kunden müssen besser erreicht werden

Nestlé-Aktie schwächer: Präsidenten Isla junge sagt Kunden müssen besser erreicht werden

Der Nahrungsmittelriese Nestlé will sich mit einem Strategiewechsel stärker auf Wachstum und jüngere Konsumenten ausrichten.

Ziel sei es, die Verkaufsvolumen wieder zu steigern und damit auch den Aktienkurs zu stabilisieren, sagte Verwaltungsratspräsident Pablo Isla in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Mittwoch.

Der Spanier, seit 2025 Präsident des Nahrungsmittelkonzerns, sieht den Schlüssel in einer klaren Fokussierung auf Wachstum. "Zentral ist, dass wir kontinuierlich Volumenwachstum liefern, Quartal für Quartal, Jahr für Jahr. Dann wird der Aktienkurs folgen", sagte er. Grundlage ist die neue Strategie mit den vier Kernbereichen Kaffee, Heimtiernahrung, Spezial- und Ergänzungsnahrung sowie Food und Snacking. Hinzu komme eine stärkere Leistungskultur im Unternehmen.

Ein besonderer Fokus liegt auf jüngeren Zielgruppen. "Für Nestlé ist es sehr wichtig, junge Kunden besser zu erreichen", betonte Isla. Der Konzern reagiere etwa mit neuen Produkten wie kaltem Kaffee sowie Marketingkampagnen mit Influencern. Damit solle das Image modernisiert und das Wachstum beschleunigt werden.

Der Umbau fällt in eine Phase des Führungswechsels. Nestlé habe "ein neues Kapitel" aufgeschlagen, sagte Isla und verwies auf den Generationenwechsel an der Spitze im vergangenen Herbst mit dem neuen CEO Philipp Navratil und ihm als erstem unabhängigen Präsidenten seit Jahrzehnten. Dieser Wandel gehe mit einem stärkeren Fokus auf Leistung und unternehmerisches Denken einher, sagte Isla.

Zur Kritik an früheren Personalentscheiden zeigte sich Isla selbstkritisch, verteidigte aber das Vorgehen des Verwaltungsrats. Auf die Frage, ob bei der Ernennung des früheren Konzernchefs Laurent Freixe Fehler gemacht worden seien, sagte er: "Im Rückblick kann man diese Frage aufwerfen." Entscheidend sei jedoch gewesen, dass das Gremium gehandelt habe, "als die Fakten bekannt waren". Freixe musste nach nur einem Jahr als CEO wegen einer verheimlichten Beziehung mit einer Direktunterstellten den Hut nehmen.

Insgesamt sieht Isla den Konzern trotz der jüngsten Krise wieder auf Kurs. Erste Fortschritte seien sichtbar.

Nestlé verkauft Ankerkraut-Anteile an Gründer zurück

Das Hamburger Gewürzunternehmen Ankerkraut verlässt Nestlé und geht wieder eigene Wege. Nach vier Jahren unter dem Dach des weltgrössten Lebensmittelkonzerns haben die Unternehmensgründer Anne und Stefan Lemcke ihre Unternehmensanteile zurückgekauft, wie beide der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Über die finanziellen Details der Transaktion sei Stillschweigen vereinbart worden.

Marke Ankerkraut unabhängig weiterentwickeln

Ziel sei, die Marke wieder unabhängig weiterzuentwickeln und dabei besonders an ihre ursprüngliche Identität und die unternehmerischen Wurzeln anzuknüpfen. In Anbetracht einer veränderten Marktlage seien beide Seiten überzeugt, dass diese Entscheidung der Marke zusätzlichen unternehmerischen Spielraum verschaffe, um die künftige Entwicklung des Unternehmens noch flexibler und schneller voranzutreiben.

"Ankerkraut ist für uns mehr als ein Unternehmen - es ist unser Lebenswerk", betonten Anne und Stefan Lemcke. Der Vorstandsvorsitzende von Nestlé Deutschland, Alexander von Maillot, sagte: "Wir unterstützen den Wunsch der Gründer nach grösserer unternehmerischer Eigenständigkeit." Die bisherige Zusammenarbeit nannte er konstruktiv, vertrauensvoll und von gemeinsamen Zielen geprägt.

Verkauf an Nestlé hatte zu Shitstorm geführt

Die Übernahme der Mehrheit an Ankerkraut durch Nestlé 2022 hatte damals in den sozialen Medien zu einem Shitstorm geführt. Egal ob Twitter, wie X damals noch hiess, Facebook oder Instagram - auf allen Kanälen lehnte eine grosse Mehrheit der Nutzer den Deal ab. Viele warfen Anne und Stefan Lemcke vor, ihre Werte verraten zu haben. Auch Influencer wandten sich von dem Unternehmen ab.

Der Groll richtete sich gegen die Wahl des neuen Partners. Der Nestlé-Konzern steht seit Jahren in der Kritik. Viele werfen ihm vor, mit seinen Produkten Profit auf Kosten der Ärmsten zu machen. Er stand aber auch im Feuer wegen der Rodung des Regenwalds, der Ausbeutung von Wasserressourcen und wegen Geschäften mit Russland während des Ukraine-Kriegs.

Investor Thelen hatte Ankerkraut unter seine Fittiche genommen

Die Ankerkraut GmbH aus dem Süden Hamburgs war 2013 als Start-up gegründet worden. Den Durchbruch schafften Anne und Stefan Lemcke 2016 in der TV-Sendung "Höhle der Löwen" 2016. Kurz vor dem Verkauf an Nestlé erzielte Ankerkraut nach eigenen Angaben mit mehr als 230 Beschäftigten einen Umsatz im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Heute gebe es rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Produktpalette umfasse mehr als 500 Gewürze und Gewürzmischungen, Tees sowie Zubehör.

Die Nestlé verliert an der SIX zeitweise 0,72 Prozent auf 78,86 Franken.

to/hr/klm/DP/nas

Vevey/HAMBURG (awp)

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Bildquelle: Ken Wolter / Shutterstock.com,Taina Sohlman / Shutterstock.com,Keystone
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