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Ausblick gestutzt 16.08.2022 17:53:06

Sonova-Aktie zweistellig tiefer: Gewinnwarnung wegen schlechterer Nachfrage

Sonova-Aktie zweistellig tiefer: Gewinnwarnung wegen schlechterer Nachfrage

Der Hörgerätehersteller Sonova gibt wegen schlechterer Nachfrage in einigen Schlüsselmärkten eine Gewinnwarnung heraus.

Dies schlage auf den Umsatz, wie Sonova am Dienstag in einem Communiqué bekannt gab. Gleichzeitig würden höhere Kosten für Transport und Komponenten den Gewinn belasten.

"Der Umsatz in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres wurde durch das verhaltende Wachstum in einigen hochpreisigen Märkten und Vertriebskanälen beeinträchtigt", schrieb Sonova. Dies sei insbesondere im amerikanischen Privatmarkt der Fall gewesen, was auf die Bruttomarge im Hörgerätegeschäft gedrückt habe.

Der Umsatz im erstmals konsolidierten Consumer-Hearing-Geschäft werde aufgrund der üblichen Saisonalität im zweiten Geschäftshalbjahr erwartungsgemäss stärker ausfallen. Das Geschäft besteht aus den Luxus-Kopfhörern, die Sonova von Sennheiser erworben hat. Dieses sei eine vielversprechende Ergänzung zum klassischen Hörgeräte-Segment, hatte Konzernchef Arnd Kaldowski im Mai erklärt.

Insgesamt erwartet Sonova für das erste Geschäftshalbjahr 2022/23 beim Gesamtumsatz ein Wachstum von 16 bis 18 Prozent bei konstanten Wechselkursen. Der bereinigte Betriebsgewinn vor Amortisationen EBITA bleibe gegenüber der Vorjahresperiode weitgehend unverändert zu konstanten Wechselkursen, wie es weiter hiess.

Ausblick gestutzt

Angesichts der aktuellen Herausforderungen sowie der ungewissen Entwicklung im restlichen Jahresverlauf wird der Ausblick für das ganze Geschäftsjahr 2022/23 nach unten angepasst. Neu erwartet Sonova beim Gesamtumsatz ein Wachstum von 15 bis 19 Prozent, nachdem der Konzern bisher ein Wachstum von 17 bis 21 Prozent angepeilt hatte.

Beim bereinigten EBITA rechnet Sonova neu mit einem Anstieg um 6 bis 10 Prozent. Zuvor war beim bereinigten EBITA ein Plus um 12 bis 18 Prozent in Aussicht gestellt worden.

Dies sind allerdings die Ziele zu konstanten Wechselkursen: Zusätzlich verursacht die Aufwertung des Frankens Gegenwind. Sonova geht von einem negativen Einfluss auf den ausgewiesenen Gesamtumsatz sowie auf die Profitabilität in Schweizer Franken aus.

Unmittelbar bevor stehe die Lancierung der neuen Hörgeräteplattform. Diese sei ein weiterer bedeutender Innovationsschritt, "der die Hörleistung deutlich verbessern und unsere führende Marktposition weiter unterstützen wird", schrieb Sonova. Im zweiten Halbjahr erwartete man ein solides und profitables Wachstum, was durch eine strikte Kostendisziplin und die jüngsten Preiserhöhungen gestützt werde.

So reagiert die Sonova-Aktie

Die ausserplanmässige Gewinnwarnung des Hörgeräteherstellers Sonova kommt am Markt nicht gut an. Die Aktie bricht mehr als 10 Prozent ein .

Sonova verloren zum Handelsschluss an der SIX 15,89 Prozent auf 283,70 Franken.

Vor allem im amerikanischen Privatmarkt werde der Umsatz durch das verhaltene Wachstum beeinträchtigt, hatte Sonova am frühen Morgen mitgeteilt. Im Geschäftsjahr 2022/23 erwartet die Firma darum neu ein Umsatzwachstum von 15 bis 19 Prozent, nachdem sie bisher ein Wachstum von 17 bis 21 Prozent angepeilt hatte. Beim bereinigten EBITA rechnet das Unternehmen zudem mit einem Anstieg um 6 bis 10 Prozent nach zuvor noch 12 bis 18 Prozent.

Dass Sonova Gegenwind hat, überrascht die Analysten zwar nicht. Mit der Veröffentlichung der Zahlen für das Geschäftsjahr 2022/23 habe der Konzern schon angedeutet, dass eine vollumfängliche Anpassung der Verkaufspreise wegen der Inflation nicht möglich sei, erinnert der Experte der ZKB. Und auch eine gewissen Nachfrageabschwächung habe Sonova dann schon antizipiert. Deshalb überrasche es ihn, "dass die Themen Inflation und auch schwächere Konsumentennachfrage Sonova nun so stark negativ beeinflussen", schreibt der zuständige Analyst. Auch bei Vontobel wird die Gewinnwarnung als negativ und überraschend wahrgenommen.

Weniger beeindruckt gibt man sich bei Jefferies. Dass die Entwicklung der höherpreisigen Schlüsselmärkte für Hörgeräte in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2022/23 langsamer verlief als erwartet, stehe im Einklang mit seiner Analyse, dass die Erholung der Nachfrage durch US-Veteranen sich abschwäche, so der Analyst des Investmenthauses.

Alle Analysten sind sich jedoch einig, dass die aktuelle Gewinnwarnung nun zu einer Abwertung der Aktie führen wird. Denn diese habe sich im bisherigen Jahresverlauf besser entwickelt als andere Medtech-Titel. Im Angesicht der starken Performance sehe man die Aktien nun um mehr als 5 Prozent fallen, möglicherweise sogar im zweistelligen Bereich, heisst es etwa bei JP Morgan.

Zudem erwartet der zuständige Analyst eine Kürzung des Konsenses im mittleren bis hohen einstelligen Bereich. Mehrere Analysten geben bereits an, ihre Schätzungen voraussichtlich für dieses und das nächste Jahr zu reduzieren, so etwa bei der ZKB.

jb/kw

Stäfa (awp)


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