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KI im Weltall? 03.06.2026 22:28:00

SpaceX-Aktie im Fokus: Früher NVIDIA-Bulle setzt auf die nächste KI-Chance im All

SpaceX-Aktie im Fokus: Früher NVIDIA-Bulle setzt auf die nächste KI-Chance im All

Schon bevor viele von KI hörten, setzte Tony Wang auf die NVIDIA-Aktie. Nun nimmt der Fondsmanager seine nächste strategische Wette ins Visier.

• KI braucht hundertmal mehr Rechenleistung - und die Erde hat Wang zufolge dafür keinen Platz mehr
• SpaceX-Indexaufnahme löst Kapitalrotation aus etablierten Tech-Giganten aus
• Wang wettet nicht auf Hype, sondern auf die Infrastruktur-Engpässe, die der KI-Ausbau erzeugt
Der T.Rowe Price Science & Technology Fund ist mit einem verwalteten Vermögen von 16 Milliarden US-Dollar kein unbeschriebenes Blatt im Technologie-Universum. Sein Manager Tony Wang hat bereits auf NVIDIA gesetzt, als künstliche Intelligenz noch ein Randthema war, und führt den Fonds seit Ende 2023 als alleiniger Manager. Wie MarketWatch berichtet, hat der Fondsmanager die Raumfahrt als die nächste strategische Wette identifiziert.

Platzmangel bei Rechenzentren: Wang will KI "ins All schicken"

Agentic AI, also KI-Systeme, die eigenständig Aufgaben übernehmen statt auf menschliche Eingaben zu warten, braucht Wangs Einschätzung zufolge rund hundertmal so viel Rechenkapazität wie derzeit verfügbar ist. Das Problem: Rechenzentren brauchen Fläche - und diese wird laut Wang zu knapp.

"Wenn wir hundertmal mehr Rechenleistung benötigen als heute, reicht der Platz auf der Erde schlicht nicht aus - zu viele Flächenbeschränkungen. Also könnte man diese Systeme ins All schicken", wird der Fondsmanager von MarketWatch zitiert.

Dabei räumt Wang ein, dass ein solches Konzept vor erheblichen Hürden stehen würde. Aber für ihn ist es kein Science-Fiction-Szenario, sondern eine logische Konsequenz aus dem Rechendefizit, das der KI-Zyklus aufbaut.

Wang prognostiziert breit angelegte Kapitalrotation auf Indexebene

Wang leitet daraus eine konkrete Investment-These rund um Elon Musks Raumfahrt- und KI-Unternehmen SpaceX ab: Demzufolge müssten Portfoliomanager, sobald SpaceX in die grossen Aktienindizes aufgenommen wird, Platz schaffen - typischerweise führt das zu Kapitalrotationen bei bestehenden Schwergewichten. Wie MarketWatch berichtet, wird es Wang zufolge zu Kürzungen bei Microsoft, Meta, Alphabet, Apple und NVIDIA kommen. Wer also früh positioniert ist, sitzt auf der richtigen Seite des Reallokationsstroms.

Wangs Fonds hat die Konsequenz bereits gezogen: Der T.Rowe Price Science & Technology Fund hält sowohl eine Position in SpaceX als auch Anteile an AST SpaceMobile, das innerhalb eines Jahres rund 337 Prozent zulegen konnte. Der heiss ersehnte Börsengang von SpaceX wird noch in diesem Monat an der NASDAQ stattfinden - mit einer Bewertung von rund 1,8 Billionen US-Dollar.

Engpässe als Kompass: Speicher und Licht statt Kupfer

Die Space-These ist dabei nur die jüngste Stufe einer breiteren Infrastruktur-Logik, die Wangs Portfolio seit Anfang 2025 prägt. Überall dort, wo der KI-Ausbau auf physikalische Grenzen stösst, sucht er nach Profiteuren. Beim Speicher ist sein Bild griffig: High Bandwidth Memory vergleicht er mit einem Schneidebrett.

"Man muss Zutaten schneiden, um Essen zu machen. Und jetzt gibt es so etwas wie einen Schneidebrett-Engpass", wird er von MarketWatch zitiert. Hersteller wie Micron, SK hynix und Samsung profitieren direkt; der Nachfragesog strahlt weiter auf Flash-Speicher-Anbieter wie Sandisk und Kioxia sowie auf Festplatten-Hersteller wie Western Digital und Seagate aus.

Für Rechenzentren selbst setzt Wang auf optische Vernetzung statt Kupfer: CIENA, Lumentum und Coherent verschieben sich in Richtung Silicon Photonics, das Daten über Licht transportiert und damit Überhitzung in wachsenden Rechenzentren eindämmt. Daneben hält der Fonds eine Beteiligung am Privatunternehmen Lightmatter.

Das können Anleger aus Wangs These mitnehmen

Wang trennt konsequent zwischen thematischer Aufregung und echtem Ertragswachstum. "Unser Fonds ist aktiv gemanagt und konzentriert sich auf Wissenschafts- und Technologieinnovation. In dieser Phase des KI-Zyklus versuchen wir, die Unternehmen zu identifizieren, bei denen KI nachhaltiges Gewinn- und Cashflow-Wachstum treibt - nicht bloss thematische Begeisterung", so Wang laut MarketWatch.

Der Fonds legte 2025 um 24,43 Prozent zu, nach einem Plus von 40,27 Prozent im Jahr 2024 und 53,77 Prozent im Jahr 2023. Für Anleger bedeutet das: Wer Wangs Logik folgt, schaut weniger auf die nächste grosse Story und mehr auf die physikalischen Flaschenhälse des KI-Ausbaus. Speicher, Optik, Rechenzentren im All - das sind keine Hype-Themen, sondern Infrastrukturwetten auf ein Rechendefizit, das sich laut Wang nicht wegdiskutieren lässt.

Ob der Markt das genauso sieht, wird sich daran ablesen lassen, wie viel Kapital nach dem SpaceX-Börsengang tatsächlich aus den etablierten Technologiegiganten abfliesst.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.ch

Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquelle: SpaceX,Juan Alejandro Bernal / Shutterstock.com
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