Swiss Re Aktie 12688156 / CH0126881561
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07.09.2026 17:49:00
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Swiss Re-Aktie im Minus: Milliardenpotenzial für Versicherer durch KI-Rechenzentren - Wachsende Risiken im Rückversicherungsmarkt
Künstliche Intelligenz, der Bau von Rechenzentren und Investitionen in die Energiewende sind derzeit wichtige Treiber der Weltwirtschaft und eröffnen der Versicherungsbranche ein Milliardenpotenzial.
Die Weltwirtschaft stehe vor einem neuen Investitionszyklus, heisst es in einer am Samstag am Branchentreffen in Monte Carlo publizierten Sigma-Studie des Swiss Re Institutes. Nach Jahren steigender Investitionen in digitale Anwendungen fliesse zunehmend Kapital in Stromnetze, Batteriespeicher, erneuerbare Energien, KI-Rechenzentren oder Halbleiterfabriken.
Für die Versicherer eröffnet dieser sogenannte Capex-Superzyklus ein grosses Wachstumspotenzial. Der Bau und Betrieb von KI-Rechenzentren dürfte bis 2030 laut den Schätzungen des Instituts kumulierte Prämieneinnahmen von rund 91 Milliarden US-Dollar generieren. Und Investitionen in erneuerbare Energien könnten Einnahmen von rund 111 Milliarden Dollar hervorbringen.
"Wir erleben, wie die digitale Wirtschaft zur realen Wirtschaft wird. KI benötigt Rechenzentren, Stromnetze sowie zunehmend komplexe Infrastruktur - und all das muss versichert werden", wird Gianfranco Lot, Chef Underwriting in der Sparte P&C Re bei der Swiss Re, zitiert. Dabei entstehe die Nachfrage nach Versicherungsdeckung bereits während der Bauphase. Mit der Inbetriebnahme der Anlagen würden zahlreiche weitere Risiken anfallen.
Steigende Nachfrage in mehreren Sparten
Nach Sparten steigt mit dem Aufbau physischer Infrastruktur die Nachfrage nach Sach-, Betriebsunterbrechungs- und Haftpflichtdeckungen. Dabei werden die Risiken komplexer, weil die Anlagen teilweise mehrere Milliarden Dollar wert, technologisch anspruchsvoll und allenfalls vernetzt sind und es noch kaum Erfahrung zu Schäden gibt.
Vor allem bei KI-Rechenzentren entstehe ein neues Akkumulationsrisiko, so die Experten. Die Anlagen würden dort gebaut, wo Energie günstig sei, ausreichend Land und Wasser zur Verfügung stünden und die Anbindung gut sei. Zudem seien sie von gemeinsamen Stromnetzen, Telekommunikationssystemen, Cloud-Infrastruktur und Lieferketten abhängig.
Grossschäden drohen
Ein einzelner Ausfall könne gleichzeitig mehrere Versicherte, Branchen und Deckungen treffen, warnen die Experten. Die Dimensionen sind riesig: Laut Swiss Re kann sich der Wiederbeschaffungswert einzelner KI-Rechenzentren mit IT-Ausstattung auf bis zu 50 Milliarden Dollar belaufen. Da komme der Frage der Versicherbarkeit grosse Bedeutung zu. Fortschritte im Underwriting sollen helfen, die neuartigen Risiken besser einzuschätzen.
Die Risiken gelte es, auf mehrere Schultern zu verteilen. Eine zentrale Rolle komme dabei den Rückversicherern zu, ist man beim Branchenprimus Swiss Re überzeugt. Sie stellen Kapazität bereit, helfen bei der Steuerung von Kumulrisiken und decken Extremrisiken. Bei besonders grossen und vernetzten Anlagen gewännen gestaffelte Programme, Syndizierung und alternative Kapitalquellen an Bedeutung.
Swiss Re warnt vor wachsenden Risiken im Rückversicherungsmarkt
Swiss Re sieht eine wachsende Nachfrage nach Versicherungsschutz, da Risiken zunehmend komplexer werden. Insbesondere Naturrisiken wie Windstürme, Dürren oder Waldbrände dürften die Kosten weiterhin die Höhe treiben. Der Rückversicherer geht davon aus, dass die versicherten Naturkatastrophenschäden jährlich um 5 bis 7 Prozent wachsen werden.
Modellrechnungen zeigten, dass die versicherten Schäden in einem Spitzenszenario im laufenden Jahr gar einen Wert von rund 320 Milliarden US-Dollar erreichen könnten, wie aus einer am Montag anlässlich des in Monte Carlo stattfindenden Branchentreffens "Rendez-Vous de Septembre" publizierten Mitteilung hervorgeht. Eine Häufung von Hurrikans wie Harvey, Irma und Maria im Jahr 2017 allein könne die jährlichen versicherten Schäden bereits auf über 120 Milliarden Dollar treiben.
Waldbrände sind laut Swiss Re das am schnellsten wachsende Wetterrisiko weltweit, wobei die versicherten Waldbrandschäden in Europa in den vergangenen Jahrzehnten jährlich um geschätzte 8 bis 11 Prozent gestiegen seien. Bessere Daten, die Modellierung und Prävention würden dazu beitragen, die sich verändernden Risiken besser zu verstehen und den Risikotransfer zu verbessern.
Die Swiss Re-Aktie verlor am Montag an der SIX letztlich 3,61 Prozent auf 137,70 Franken.
Monte Carlo/Zürich (awp)
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