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Keine Bestrafung 19.06.2024 17:52:00

UBS-CEO Ermotti: Können nicht den Preis für CS-Untergang zahlen - Finma verzichtet auf wettbewerbsrechtliche Auflagen - Aktie unbeeindruckt

UBS-CEO Ermotti: Können nicht den Preis für CS-Untergang zahlen - Finma verzichtet auf wettbewerbsrechtliche Auflagen - Aktie unbeeindruckt

Nach Ansicht von UBS-Chef Sergio Ermotti darf seine Bank nicht für das Scheitern der Credit Suisse bestraft werden.

Aus dem CS-Untergang "sollte man nicht ableiten, dass die einzige verbleibende Grossbank den Preis dafür bezahlen muss und für ihre globale Bedeutung bestraft werden sollte", sagte er laut Redetext am Dienstagabend in einem Referat an der Universität Luzern.

Das Ende der Credit Suisse habe klar gezeigt: "Es gibt nichts Schlimmeres als eine Bank, die über Jahre keine nachhaltigen Gewinne erwirtschaften kann und deren Ruf dazu noch angeschlagen ist." Kein Kapital und keine Regulierung der Welt würden in solch einer Situation helfen. Das sei eine der wichtigsten Lehren aus dem Niedergang der CS.

"Wir müssen dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passiert." Die Schweiz brauche ein Bankensystem, dessen Akteure höchste Integrität beweisen und nachhaltig wirtschaften.

"Lokale Banken genügen nicht"

Gleichzeitig betonte Ermotti einmal mehr, wie wichtig es für den Schweizer Finanzplatz ist, weiterhin "eine führende Präsenz im Ausland" zu haben. Dass heute nur noch eine globale Bank übrig ist, sei sehr bedauerlich. Umso mehr brauche es die UBS, um sich im globalen Wettbewerb weiter zu behaupten.

Denn Finanzzentren wie Hongkong, Singapur und die USA würden aggressiv um die Spitzenposition in der Offshore-Vermögensverwaltung kämpfen, die heute die Schweiz innehabe. Laut Prognosen werde Hongkong die Schweiz schon im Jahr 2027 übertreffen, und Singapur wachse dreimal so schnell wie die Schweiz, sagte Ermotti. Und das, obwohl Hongkong und Singapur zusammen noch vor rund zehn Jahren nur knapp so viel Vermögen verwaltet hätten wie die Schweiz.

"Wir können also nicht selbstgefällig sein. Wir dürfen nicht denken, dass es in einem hart umkämpften Wettbewerb genügt, lokale Banken zu haben", warnte Ermotti. Davon würden ausländische Finanzzentren profitieren.

Seiner Meinung nach gibt es zu viele uninformierte, populistische und Angst verbreitende Stimmen in Medien, Politik und Wissenschaft. "Viele dieser Stimmen sehen nur die Gefahr einer grossen Bank in unserem Land." Zu oft würden die vielen Vorteile ausser Acht gelassen.

"Ein diversifizierter Finanzplatz mit einer führenden, global vernetzten Bank als Herzstück bietet den Schweizer Unternehmen und Haushalten Kapital, Beratung und Know-how", machte Ermotti klar.

Finma verzichtet auf wettbewerbsrechtliche Auflagen

Die UBS muss nach der Übernahme der Credit Suisse keine wettbewerbsrechtlichen Auflagen erfüllen. Die Finanzmarktaufsicht Finma kommt nach einem kartellrechtlichen Kontrollverfahren zum Schluss, dass der Zusammenschluss der beiden Grossbanken den wirksamen Wettbewerb "in keinem Marktsegment" beseitigt.

Zwar habe die UBS in gewissen Teilsegmenten ihre Marktposition verstärken können. Die gesetzlichen Voraussetzungen der Fusionskontrolle für einen Eingriff seien aber nicht erfüllt, teilte die Finma am Mittwoch mit. Das Kontrollverfahren sei damit "ohne Bedingungen, Auflagen und weitere Prüfungen" abgeschlossen worden.

Die Finma hatte die Notübernahme der CS durch die UBS nach Kartellgesetz bereits vorzeitig am 19. März 2023 bewilligt. Diese Massnahme sei im Interesse des Gläubigerschutzes erfolgt, betont sie. Dies sei damals notwendig gewesen, damit vom Finanzplatz Schweiz und den internationalen Finanzmärkten grösserer Schaden habe abgewendet werden können.

"Enger Kontakt" zu Weko

Mit der normalerweise für die kartellrechtliche Beurteilung zuständigen Wettbewerbskommission (Weko) sei die Finma "in engem Kontakt" gestanden, heisst es in der Mitteilung: "Gemeinsam wurden umfassende Marktabklärungen getroffen und zahlreiche Stellungnahmen von Konkurrenten, Verbänden sowie spezifischen Kunden ausgewertet." Die umfangreichen Markterhebungen und die detaillierte Stellungnahme der Weko hätten der Finma eine "hinreichende Grundlage verschafft, um einen abschliessenden Entscheid zu fällen".

Mit dem Abschluss des Kontrollverfahrens endet die besondere Zuständigkeit der Finma gemäss Kartellgesetz in dieser Sache. Die Finma werde die Integration der Credit Suisse in die UBS aus ihrer Aufsichtsperspektive aber "weiterhin eng begleiten".

UBS nimmt Finma-Entscheid zur Kenntnis und will Integration vorantreiben

Die UBS nimmt den Entscheid der Finma "zur Kenntnis", auf wettbewerbsrechtliche Auflagen zu verzichten. Die Grossbank betont in einer Mitteilung vom Mittwoch, dass gemäss der Finma keine marktbeherrschende Stellung bestehe, durch die wirksamer Wettbewerb beseitigt werden könne. Auch die Wettbewerbskommission Weko habe keinen konkreten Grund für ein Eingreifen festgestellt, so die UBS.

Die Bank werde sich weiterhin für ein faires Umfeld einsetzen, schreibt sie weiter. "Wir werden uns weiterhin für ein dynamisches, wettbewerbsfähiges und faires Umfeld einsetzen, unsere Integrationspläne umsetzen und für die Schweiz und die Gemeinschaften, in denen wir leben und arbeiten, eine tragende Säule der wirtschaftlichen Unterstützung bleiben", heisst es in der Mitteilung.

Weko sieht Anhaltspunkte für marktbeherrschende Stellung der UBS

Die Wettbewerbskommission (Weko) sieht Anhaltspunkte für eine marktbeherrschende Stellung der UBS in Folge der CS-Übernahme. Ausserdem pocht sie darauf, dass Gebühren und Preise der fusionierten Bankengruppe künftig genau beobachtet werden. Die Finma hat allerdings das Sagen in diesem Fall und verzichtet auf wettbewerbsrechtliche Auflagen.

Die Weko empfehle der Finanzmarktaufsicht Finma und der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die Preise und Gebühren der Betreiber von Finanzmarktinfrastrukturen auf Wettbewerbsverzerrungen hin zu überprüfen, die sich aufgrund des Zusammenschlusses ergeben könnten, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Kartellbehörde. Und wenn nötig, sollten die Behörden Anpassungen durchsetzen.

Darüber hinaus sollten die Preise und die Gebührenentwicklung näher beaufsichtigt werden. Gegen Anpassungen, welche die Position der neuen UBS noch weiter stärken könnten, sollten die Behörden einschreiten. Und über allfällige Anpassungen sei der Preisüberwacher zu informieren.

Aus Sicht der Weko haben sich die Anhaltspunkte bestätigt, dass in gewissen Märkten eine marktbeherrschende Stellung der kombinierten Bank begründet oder verstärkt wurde. Die Weko nennt dabei folgende Bereiche: passives Asset Management und Fondsbereich, Global Custody und Anlageklasse Schweizer Immobilien sowie das Corporate Banking für grosse Unternehmen und Unternehmen mit spezifischen Bedürfnissen.

Bei der Notübernahme der einst zweitgrössten Schweizer Bank durch die UBS wurde ein Mitspracherecht der Schweizer Wettbewerbsbehörden ausgeschlossen. In Fällen, wo es um die Finanzstabilität geht, darf die Finma eine Fusion genehmigen ohne eine Prüfung durch die Weko.

Die Weko führte dann allerdings trotzdem Anhörungen zur Übernahme durch und liess im letzten September ihre Empfehlung der Finma zukommen. Wie die Finma am (heutigen) Mittwoch mitteilte, verzichtet sie aber auf jegliche Auflagen für die UBS oder weitere Prüfungen.

An der SIX notierte die UBS-Aktie letztlich 0,04 Prozent höher bei 27,61 Schweizer Franken.

Zürich (awp)

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Bildquelle: Keystone,Pincasso / Shutterstock.com
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