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Grösserer Verlust im 1. HJ 18.08.2022 17:53:36

Zur Rose-Aktie stark gefragt: Gewinnschwelle soll bereits 2023 erreicht werden

Zur Rose-Aktie stark gefragt: Gewinnschwelle soll bereits 2023 erreicht werden

Bei der Versandapotheke Zur Rose rücken die Halbjahreszahlen am Donnerstag etwas in den Hintergrund.

Denn die Gruppe will die Gewinnschwelle früher als zuletzt angekündigt erreichen und auch in puncto Kapitalbedarf sorgt das Unternehmen für Klarheit.

Die Gruppe habe im zweiten Quartal 2022 ein breit angelegtes Break-even-Programm gestartet, teilte Zur Rose am Donnerstag mit. Dieses ziele darauf ab, mit der Verbesserung der Bruttomarge, strukturellen Kosteneinsparungen, Produktivitätssteigerungen und Marketingoptimierungen das bereinigte EBITDA um 130 Millionen Franken gegenüber 2021 zu verbessern und die Gewinnschwelle bereits 2023 zu erreichen. Im März hatte die Gruppe noch 2024 als Zieljahr in Aussicht gestellt.

Darüber hinaus sieht die Versandapotheke keinen zusätzlichen Kapitalbedarf für ihr operatives Geschäft. Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen über eine mögliche Kapitalerhöhung gegeben. Der Kapitalbedarf der Zur Rose-Gruppe beschränke sich auf die Refinanzierung der ausstehenden Anleihen sowie eine Liquiditätsreserve. Hierfür würden verschiedene Finanzierungsoptionen geprüft.

Umsatz im Rahmen der Prognose

Auf Zahlenseite erzielte die Gruppe in den ersten sechs Monaten einen Umsatz in Höhe von 963,9 Millionen Franken. Das entspricht einem Rückgang um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (+0,4% in Lokalwährungen). Damit liegt Zur Rose im Rahmen der eigenen Prognose, den Umsatz in etwa stabil zu halten.

Aufgeteilt nach Regionen, steuerte erneut die umsatzstärkste Region Deutschland mit 594,3 Millionen (VJ 656 Mio) den Löwenanteil bei. Im Heimmarkt Schweiz stieg der Umsatz um knapp 30 Millionen auf 334,2 Millionen. Das im Verhältnis sehr kleine Segment 'Europa' setzte 39,3 Millionen Franken um nach 40,5 im Vorjahreszeitraum.

Unter dem Strich wies Zur Rose einen bereinigten Betriebsverlust (EBITDA) von 49,2 Millionen Franken aus nach -42,9 Millionen im Vorjahreszeitraum. Damit bewegt sich die Gruppe auch hier in etwa im Rahmen des eigenen Zielkorridors. Der Reinverlust betrug 86,1 Millionen nach -77 Millionen im ersten Halbjahr 2021.

Mit Blick nach vorne bestätigt Zur Rose die bisherigen Ziele. Beim bereinigten EBITDA wird ein Wert zwischen -75 und -95 Millionen Franken angepeilt. Die Gruppe bestätigt zudem die mittelfristige EBITDA-Zielmarge von rund 8 Prozent.

E-Rezept vor stufenweisem Rollout

Auch zu dem Dauerthema E-Rezept äussert sich die Gruppe recht zuversichtlich. Es werde immer stärker genutzt. Bislang wurden mehr als 150'000 E-Rezepte eingelöst. "Damit wurden alle Qualitätskriterien für den Abschluss der Testphase per 31. August 2022 erfüllt und der Weg zur flächendeckenden Umsetzung des E-Rezepts bereitet", heisst es in der Mitteilung. Ab 1. September 2022 starte der landesweite, stufenweise Rollout in ersten Regionen Deutschlands.

Darüber hinaus hat die Gruppe weiter an ihrer Effizienz gearbeitet. So nahm sie zum Ende des zweiten Quartals ein neues Distributionscenter in Betrieb. Der Automatisierungsgrad der Logistik erhöhe sich damit von 50 Prozent auf 70 Prozent und die Kapazität von 12 Millionen auf 27 Millionen Pakete pro Jahr. Die damit verbesserte Produktivität sollte zu jährlichen Einsparungen in Höhe von 10 Millionen Franken führen.

So reagiert die Zur Rose-Aktie

Mit einem Kurssprung reagiert der Markt am Donnerstag auf die Zahlen der Versandapotheke Zur Rose. Die vorgelegten Zahlen bieten Licht und Schatten. So habe das Unternehmen bei den Kennzahlen die Erwartungen teilweise nicht ganz erfüllt, peile aber dafür ein Jahr früher als bislang angekündigt die Gewinnschwelle an, so der Tenor.

Letztlich zogen die Aktien um 8,42 Prozent auf 59,85 Franken an. Zu Handelsstart sind sie zunächst gar um knapp 14 Prozent in die Höhe geschnellt. Allerdings sind solche Kursausschläge bei den generell sehr volatilen Werten keine Seltenheit. Erst zur Wochenmitte haben sie noch deutlich Federn gelassen.

Die meisten Analysten heben hervor, dass die Gruppe beim Umsatz nicht ganz an die Erwartungen herangekommen sei. Zudem habe das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht nach unten angepasst. Nachdem die Gruppe zuvor Einnahmen auf Vorjahresebene erwartet habe, gehe sie nun von einem leichten Rückgang aus, erwähnen die Analysten der UBS, von Baader Helvea und Jefferies.

Dagegen habe das Unternehmen beim adjustierten EBITDA leicht positiv überrascht, allerdings sei dafür vor allem auch ein Einmaleffekt verantwortlich gewesen.

Einig sind sich die Experten allerdings mit Blick auf die angepeilte Gewinnschwelle. Diese soll nun bereits 2023 erreicht werden und damit ein Jahr früher als noch im März in Aussicht gestellt. Das sei klar positiv, schreibt etwa Michael Heider von Warburg Research.

Dagegen scheinen die Aussagen, dass die Gruppe vorerst keinen zusätzlichen Kapitalbedarf für ihr operatives Geschäft sehe, nur bedingt zu beruhigen. Vielmehr heben die Experten nahezu durchweg hervor, dass die Lage hier weiterhin undurchsichtig bleibe. "Risiken wie die Komplexität und Mobilisierung der Ärzte für diese Einführung (E-Rezept in Deutschland) sind nicht zu unterschätzen und das Potenzial einer weiteren Kapitalerhöhung bei Zur Rose ist im Zusammenhang mit diesen Unsicherheiten aus unserer Sicht gross", schreibt ZKB-Analyst Gian Marco Werro.

hr/kw

Steckborn (awp)


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Bildquelle: Zur Rose Group AG