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Steigende Preise 11.08.2022 17:51:00

Zurich-Aktie steigt: Leichte Gewinnsteigerung im ersten Halbjahr

Zurich-Aktie steigt: Leichte Gewinnsteigerung im ersten Halbjahr

Die Zurich-Gruppe ist im ersten Halbjahr 2022 dank weiter steigender Preise für Versicherungsdeckung profitabel gewachsen. Die Verwerfungen an den Finanzmärkten drückten allerdings auf den Reingewinn.

Dieser legte laut einer Mitteilung vom Donnerstag nur um 1 Prozent auf 2,20 Milliarden Dollar zu, womit hier die Erwartungen verfehlt wurden. Dabei trugen die Kapitalanlagen mit 1,6 Milliarden Dollar insgesamt knapp 50 Prozent weniger zum Gesamtertrag der Gruppe bei als noch vor einem Jahr.

Die Entwicklungen an den Finanzmärkten drückten auch auf das Eigenkapital. Dieses verringerte sich zum Vorjahr um gut 10 Milliarden auf noch 27,8 Milliarden Dollar. Grund dafür seien vor allem nicht-realisierte Nettoverluste auf Anlagen, die der Konzern weiter hält. Die Solvenz bleibt aber mit einer SST-Quote von 262 Prozent auf hohem Niveau.

Weitere Preissteigerungen

Eine deutliche Ergebnissteigerung gelang im operativen Geschäft. Der Betriebsgewinn - bei der Zurich als Business Operating Profit (BOP) bezeichnet - kletterte um 25 Prozent auf 3,39 Milliarden US-Dollar. Hier übertraf die Zurich die Erwartungen klar.

Zulegen konnte der Konzern in der wichtigen Schaden- und Unfallsparte (P&C). Da nahmen die Bruttoprämieneinnahmen um 13 Prozent auf 23,8 Milliarden Dollar zu. Ein Grossteil des Wachstums ist auf Preissteigerungen insbesondere im Geschäft mit Firmenkunden zurückzuführen. Dieser Trend dürfte sich laut Zurich bis 2023 fortsetzen.

Weiter fiel die Schadenlast in der P&C-Sparte geringer aus als noch vor einem Jahr. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich um 2,0 Prozentpunkte auf 91,9 Prozent. Je deutlicher der Wert unter der 100 Prozentmarke liegt, umso mehr Geld verdient ein Versicherer.

Auch die Lebensparte steuerte mit 903 Millionen Dollar 13 Prozent mehr zum Betriebsergebnis bei, dies trotz ungünstiger Währungseinflüsse. Geringere Corona-Forderungen und eine stärkere operative Leistung vermochten die negativen Auswirkungen der Finanzmärkte mehr als auszugleichen.

Auf dem Vormarsch ist der US-Partner Farmers, für den die Zurich Dienstleistungen erbringt. Das Geschäft trug 893 Millionen Dollar zum Betriebsgewinn des Konzerns bei, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 15 Prozent entspricht. Farmers machte mit dem Zukauf von Versicherungsgeschäft der MetLife-Gruppe einen Wachstumssprung.

Milliardenhoher Aktienrückkauf

Mit den Zielen des dreijährigen, noch bis Ende 2022 laufenden Strategieprogramms sieht sich der Konzern auf Kurs. Konzernchef Mario Greco geht gar davon aus, die Ziele zu übertreffen. Neue Ziele, die dann ab dem nächsten Jahr gelten, sollen am 16. November anlässlich eines Investorentages präsentiert werden.

Darüber hinaus plant die Zurich ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von rund 1,8 Milliarden Franken. Dies, nachdem in Deutschland ein Altbestand an Lebensversicherungen verkauft wurde. Das Ziel des Rückkaufs sei es, die dadurch erwartete Gewinnverwässerung auszugleichen.

Zurich reduziert betriebliche CO2-Emissionen

Die Zurich-Gruppe hat vergangenes Jahr ihre eigenen Treibhausgasemissionen reduziert. Das Unternehmen hat damit seine eigenen Ziele übertroffen.

Konkret hat der Konzern 2021 seinen betrieblichen CO2-Fussabdruck gegenüber dem Referenzjahr 2019 um 73 Prozent reduziert. Die Pandemie habe die Emissionen vorübergehend gebremst, schrieb das Unternehmen am Donnerstag in einer Mitteilung.

Der Versicherer ist dennoch zuversichtlich, dass er den Treibhausgasausstoss dauerhaft reduzieren kann. Konkret plant die Zurich-Gruppe bis 2029 eine CO2-Reduktion um 70 Prozent.

Zurich-Aktien nach Halbjahreszahlen weiter im Plus

Die Aktien der Zurich Insurance Group legen am Donnerstag im frühen Handel weiter deutlich zu. Der Erstversicherer hat vorbörslich Halbjahreszahlen präsentiert und dabei tendenziell positiv überrascht. Der angekündigte Aktienrückkauf kommt zwar nicht ganz überraschend, wirkt sich aber trotzdem positiv aus.

Letztendlich gewannen Zurich-Namen 1,72 Prozent auf 442,70 Franken. Langsam näherte sich der Kurs damit wieder dem Jahreshoch von Anfang April bei 461,70 Franken.

Die operative Entwicklung im Berichtssemester kommt in Analystenkreisen gut an. Die Prämienentwicklung im Sach-Geschäft (P&C) lag in etwa im Rahmen der Erwartungen, allerdings fiel die Combined Ratio etwas besser aus als erwartet, was sich ja bekanntlich positiv auf das Ergebnis auswirkt. Auf Stufe Betriebsgewinn (BOP) weiss das P&C-Geschäft denn auch zu überzeugen.

Vontobel-Analyst Simon Fössmeier spricht von einem guten bis sehr guten Halbjahresergebnis. Dem pflichtet sein ZKB-Kollege Georg Marti bei. Das Ergebnis zeige eine sehr gute Entwicklung, die vor allen von operativen Verbesserungen getragen sei, meint er. Auch Berufskollege Fulin Liang bei Morgan Stanley gewinnt dem Resultat vorwiegend positive Aspekte ab. Für ihn steht dabei die rekordtiefe und qualitativ einwandfreie Combined Ratio im P&C-Geschäft im Vordergrund.

Reingewinn und EK etwas enttäuschend

Als etwas enttäuschend wird im Markt die Entwicklung bei Reingewinn und Eigenkapital angesehen. Dies hat vor allem mit der schwachen Kursperformance an den internationalen Finanzmärkten zu tun, die das Ergebnis unter dem Strich und die Eigenkapitalsituation belastet haben. Die Kapitalisierung bzw. die Solvenz bleibt allerdings sehr hoch und wird entsprechend gelobt. Die negativen Finanzmarkteinflüsse hätten sich beim Gewinn in Grenzen gehalten, sagte Marti, und die Kapitalbasis sei weiterhin stark.

Beim Aktien-Rückkaufprogramm, das grundsätzlich positiv aufgenommen wird, hält der Vontobel-Analyst allerdings fest, dass dieses nur geschaffen worden sei, um die Gewinnverwässerung aus dem Verkauf von Lebensversicherungspolicen in Deutschland auszugleichen. Eine Gewinnverdichtung sei nicht zu erwarten. Der Tenor ist aber: Der Aktienrückkauf und die starke SST-Quote machen die stark rückläufige Entwicklung beim Eigenkapital mehr als wett.

Zahlenhoffnungen liessen den Kurs der Zurich-Aktien schon im Vorfeld der Ergebnisveröffentlichung steigen. Händler erklärten dies vor allem auch mit den starken Resultaten von Rivalen wie etwa Generali in Italien oder Axa in Frankreich. Hinzu habe sich die Hoffnung auf die Bekanntgabe eines Aktienrückkaufprogramms gesellt, wie es weiter heisst.

Obschon der jetzt angekündigte Aktienrückkauf damit nicht völlig überraschend kommt, sehen Beobachter genügend Impulse für weiter steigende Kurse. Das Interesse verlagere sich nun aber auf den Investorentag von Mitte November, bei dem neue Mittelfristziele kommuniziert werden sollen.

Zürich (awp) / Bern (awp)


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Bildquelle: Zurich Gruppe Deutschland,Keystone