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Trading Signals 14.05.2026 15:00:00

Trading Signals: ams-Osram: Neustart im KI-Licht

Trading Signals: ams-Osram: Neustart im KI-Licht

Bessere Zahlen, ein fokussierteres Portfolio und neue Wachstumschancen in der Photonics-Technologie: ams-Osram arbeitet sich aus der Restrukturierung heraus - für risikobewusste Anleger wird die Aktie wieder interessant.

Bei ams-Osram wird weiter aufgeräumt. Der Licht- und Sensorenspezialist verkauft sein Geschäft mit CMOS-Bildsensoren an Indie Semiconductor und kassiert dafür rund 40 Millionen Euro. Zugegeben, das klingt nicht nach einer Transaktion, die die Dimensionen des Konzerns verändert. Auf den zweiten Blick passt sie aber genau in die neue Strategie, mit der Vorstandschef Aldo Kamper das Unternehmen wieder auf Vordermann bringen möchte: weniger Randaktivitäten, mehr Fokus, mehr Bilanzdisziplin und eine klare Ausrichtung auf Digital Photonics. Der Verkauf der CMOS-Bildsensoren ist mehr als eine Portfoliobereinigung, ams-Osram möchte die freiwerdenden Mittel gezielter in die Zukunftsbereiche AI Photonics und AR Smart Glasses lenken. Ein Teil der Erlöse soll zudem zur Rückzahlung beziehungsweise zum Rückkauf von Finanzinstrumenten verwendet werden. Damit wird auch eines der wichtigsten Anleger-Themen bedient: der Schuldenabbau.

Gelungener Jahresauftakt

Genau diese Botschaften kommen am Markt gut an und geben der Aktie Auftrieb. Aber auch schon die besser als erwarteten Zahlen zum ersten Quartal hatten den an der SIX kotierten ams-Valoren einen kräftigen Kursschub und ein neues Jahreshoch beschert. Der Umsatz ging von Januar bis März zwar im Jahresvergleich um drei Prozent auf 796 Millionen Euro zurück, lag damit aber im oberen Bereich der Prognosespanne. Auf vergleichbarer Basis zeigte sich das Geschäft sogar deutlich robuster. Mit einem organischen Erlösplus von rund sechs Prozent wurden die Konsenserwartungen übertroffen. Besonders bemerkenswert war, dass nicht nur das Halbleitergeschäft stabiler lief, sondern auch der Bereich Lamps & Systems besser abschnitt.

Auch bei der Profitabilität gab es ein positives Signal. Das bereinigte EBITDA sank zwar um drei Prozent auf 131 Millionen Euro, die bereinigte Marge stieg jedoch leicht auf 16,5 Prozent an. Damit lag sie über der ausgegebenen Zielzone von rund 15 Prozent. Erste Einsparungen aus dem Effizienz- und Transformationsprogramm werden damit sichtbar. Gleichzeitig bleibt der Ergebnisausweis noch belastet: Unter dem Strich stand ein bereinigter Nettoverlust von 72 Millionen Euro. Der Turnaround ist also eingeleitet, aber noch nicht vollendet.

Ausblick mit Licht und Schatten

Für das zweite Quartal stellt das Management einen Umsatz zwischen 725 und 825 Millionen Euro in Aussicht. Die bereinigte EBITDA-Marge soll erneut bei rund 15 Prozent liegen. Marktteilnehmer sehen darin einen leicht besseren Ausblick als erwartet. Im Halbleitergeschäft dürfte eine stärkere saisonale Belebung helfen. Vor allem Automotive könnte im Quartalsverlauf anziehen, während Industrial & Medical von einer schrittweisen Markterholung und partieller Wiederauffüllung der Lager profitieren könnte. Im Consumer-Geschäft bleibt das Bild dagegen gemischter, auch weil Smartphone-Volumina und frühere Belastungen im 3D-Sensing-Geschäft nachwirken.

Für das Gesamtjahr bleibt ams-Osram vorsichtig. Wegen der Desinvestitionen und des schwächeren US-Dollars wird ein moderater Umsatzrückgang erwartet. Das bereinigte EBITDA dürfte zudem durch Einmaleffekte, höhere Edelmetallpreise und Übergangskosten belastet werden. Entscheidend ist deshalb weniger das laufende Jahr als vielmehr die Frage, ob 2027 und 2028 tatsächlich die operative Hebelwirkung zurückkehrt. Unter anderem die Analysten von Kepler Cheuvreux glauben daran: Für 2026 bis 2028 wird wieder mit einem graduellen Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent und sowie einer Verbesserung der Marge bis 2028 auf 19 Prozent gerechnet.

Zukunftsmärkte als Hoffnungsträger

Die Wachstumsperspektive liegt dabei klar in den strukturellen Zukunftsmärkten. ams-Osram ist ein führender Anbieter von Licht- und Sensorlösungen, stark positioniert in optischen Sensoren und LEDs und besonders relevant für Automotive, Industrie, Medizin und Consumer Electronics. In AI Photonics arbeitet der Konzern an hochparallelen optischen Datenverbindungen für KI-Rechenzentren. Solche Lösungen könnten helfen, den Energieverbrauch, die Wärmeentwicklung und die Skalierbarkeit künftiger KI-Infrastrukturen zu verbessern. Was früher eher als Thema für das Ende des Jahrzehnts galt, könnte nun schneller relevant werden, weil Rechenzentren dringend effizientere Datenübertragung benötigen. Ein zweiter Hoffnungsträger sind AR Smart Glasses. Hier will ams-Osram zentrale Halbleiterkomponenten liefern. Kepler Cheuvreux beziffert die mögliche Halbleiter-Chance auf 50 bis 100 Euro je Smart Glass. Sollte sich dieser Markt in den kommenden Jahren ähnlich dynamisch entwickeln, wie es viele Techkonzerne erwarten, hätte das Unternehmen einen attraktiven Hebel auf ein neues Consumer-Ökosystem.

Natürlich bleiben Risiken. Der Konzern ist weiterhin hoch verschuldet, der freie Cashflow bleibt ohne Desinvestitionen vorerst belastet, der Verkauf der leerstehenden Fabrik in Malaysia ist noch nicht abgeschlossen, und in LED- sowie Sensor-Märkten herrscht intensiver Wettbewerb. Doch die Richtung stimmt: ams-Osram fokussiert das Portfolio, verbessert die Kostenbasis, adressiert wachstumsstarke Technologiefelder und arbeitet an der Bilanz.

Fazit

Für risikobewusste Anleger ist die ams-Aktie damit wieder spannend, zumal der Titel derzeit ein starkes Momentum aufweist. Wer an die erfolgreiche Transformation zum fokussierten Digital-Photonics-Spezialisten glaubt, findet hier eine Turnaround-Story mit Substanz und springt auf den Bullenzug auf. Einen gelungenen Übergang von der Sanierungs- zur Wachstumsgeschichte können risikobereite Anleger mit einem Mini Future Long und einem Hebel von 3,8 in überproportionale Gewinne ummünzen. Der Abstand zum Stop-Loss wurde mit 24% bewusst etwas grösser gewählt, sollte es in dem aktuellen Husarenritt zu kurzfristigen Rücksetzern kommen. Doch ändert dieser Puffer nichts am spekulativen Charakter des Produkts. Anleger sollten sich des Risikos eines Totalverlusts bewusst sein.

Trading Idee ams-OSRAM
Basiswert ams-OSRAM
Produktgattung Mini Future
Investmentrichtung Long
Emittent Leonteq
ISIN / Valor CH1552011012 / 155201101
Laufzeit Open End
Stand 13.05.26 09:16 Uhr
Kurs Hebelprodukt 0.86 Franken
Basispreis variabel 14.5065 Franken
Knock-out-Schwelle 14.9055 Franken
Hebel 4.57
Abstand zum Kock-out 19.96%
Stop-Loss 0.50 Franken
Ziel 1.40 Franken

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Bildquelle: AR Pictures / Shutterstock.com

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