| ETF-Vergleich |
14.01.2026 23:41:00
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Ein-Faktor-ETFs und Multifaktor-ETFs: Das gilt es zu wissen
Faktor-ETFs folgen bei der Aktienauswahl klaren Kriterien jenseits der Marktkapitalisierung. Sie ermöglichen zusätzliche Renditechancen und breitere Diversifikation, bergen jedoch komplexe Strukturen und modellabhängige Risiken.
• Multifaktor-ETFs kombinieren mehrere Strategien zur besseren Risikostreuung
• Mögliche Mehrerträge bei kosteneffizienter Umsetzung, verbunden mit erhöhter Komplexität
Im Gegensatz zu klassischen ETFs basiert die Auswahl der Aktien bei sogenannten Faktor-ETFs auf einem oder mehreren Faktoren.
Faktor Investing
Faktorstrategien analysieren Aktien systematisch nach wissenschaftlich belegten Mustern in ihrer Kursentwicklung. Diese als Faktoren oder Smart Beta bekannten Kriterien sollen helfen, Aktien mit überdurchschnittlichem Renditepotenzial zu identifizieren. Titel mit ähnlichen Merkmalen werden gebündelt und in Indizes zusammengefasst. Das Ziel ist es, den Markt langfristig zu schlagen.
Faktor-ETFs verbinden die Kostenvorteile und die hohe Liquidität klassischer ETFs mit dem gezielten Ansatz aktiver Anlagestrategien. Grundlage sind meist eigens entwickelte Indizes, die Aktien nach bestimmten Faktoren auswählen. So werden etwa Unternehmen aus dem MSCI World, die ein bestimmtes Kriterium erfüllen, in einem separaten Index gebündelt.
Ein-Faktor-ETFs vs. Multifaktor-ETFs
Ein-Faktor-ETFs berücksichtigen, im Gegensatz zu Multifaktor-ETFs, nur einen Faktor. Multifaktor-ETFs ermöglichen es Anlegern, in ein breit gestreutes Aktienportfolio zu investieren, das auf mehreren Anlagestrategien oder Faktoren basiert. Dabei werden Faktoren wie Value, Momentum, Quality oder Size kombiniert, um sowohl die Rendite zu steigern als auch das Risiko zu reduzieren. Diese Vorgehensweise zählt zu den sogenannten Smart-Beta-Strategien.
Durch die Mischung verschiedener Faktoren gleichen sie die Schwächen einzelner Strategien aus. Value- und Momentum-Strategien decken gleichzeitig unterbewertete und stark wachsende Aktien ab, was die Risikostreuung verbessert. Besonders in Märkten mit einer hohen Volatilität kann das vorteilhaft sein.
Vorteile von Faktor-ETFs
Multifaktor-ETFs kombinieren verschiedene Anlagestrategien in einem Fonds. Dadurch profitieren Anleger von breiter Diversifikation, stabileren Renditen und einem geringeren Gesamtrisiko. So lassen sich Chancen und Risiken ausgewogen steuern.
Der grösste Vorteil von Faktor-ETFs liegt in der möglichen Zusatzrendite, der sogenannten Faktorprämie. Sie entsteht durch die gezielte Aktienauswahl nach bestimmten Kriterien und ist unabhängig von der allgemeinen Marktstimmung. Je höher die Prämie, desto besser schneiden Faktor-ETFs im Vergleich zu klassischen Indexfonds ab. Anleger werden für das zusätzliche Risiko belohnt.
Die Strategien von Faktor-ETFs unterscheiden sich je nach Schwerpunkt, sodass Anleger ihre persönlichen Vorlieben leicht umsetzen können. Wer ein geringes Risiko bevorzugt, kann etwa auf einen Low Volatility Faktor-ETF setzen. Trotz komplexer, wissenschaftlich fundierter Aktienauswahl profitieren Anleger von niedrigeren Kosten, oft deutlich unter denen aktiv gemanagter Fonds. Faktor-ETFs bieten zudem automatische Diversifikation über viele Unternehmen und sind flexibel handelbar.
Nachteile von Multifaktor-ETFs
Die Kombination verschiedener Faktoren kann die Strategie komplex und schwer durchschaubar machen. In bestimmten Marktphasen kann das Potenzial einzelner Faktoren unterdurchschnittlich sein und der Erfolg hängt stark von den zugrunde liegenden Annahmen und Modellen ab.
Redaktion finanzen.ch
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