| ETF-Experten-Kolumne |
09.07.2026 15:28:17
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findependent-Kolumne: SpaceX sorgt für Bewegung an den Finanzmärkten
Kolumne
Der Frühsommer zeigte sich für Anlegerinnen und Anleger von der erfreulichen Seite.
Zwei Entwicklungen standen im Rampenlicht: Das Ende der intensiven Kampfhandlungen im Nahen Osten und das geglückte Börsendebüt von SpaceX führten zu viel Bewegung an den Finanzmärkten.
Mit dem Hype um SpaceX ist auch die Diskussion um Mega-Börsengänge zurück.
Rückblick
Der mächtigste (US-Präsident Donald Trump) und der reichste Mensch der Welt (Elon Musk, Hauptaktionär von SpaceX) trugen durch ihre Aktionen zur erfreulichen Entwicklung von Anlagen bei.
An den Finanzmärkten zählen am Ende selten die politischen Schlagzeilen selbst, sondern deren konkrete Auswirkungen auf die Wirtschaft. Nach dem temporären Waffenstillstand im April sowie der jüngsten Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran entspannte sich die Lage am Persischen Golf merklich. Es half, dass die Regierungen in Washington und Teheran kriegsmüde wurden, denn für die Börse gilt schlichtweg: Hauptsache, das Öl fliesst bzw. die Wirtschaft kann ungehindert laufen.
Die gute Stimmung öffnete gleichzeitig das Tor für neue Börsengänge (IPOs) - also die Chance für alle, Aktien von bisher privaten Firmen zu kaufen. Das Debüt von SpaceX hat am 12. Juni dann sämtliche Rekorde und die Vorstellungskraft vieler Anlegerinnen und Anleger gesprengt.
Was müssen Anlegerinnen und Anleger jetzt tun?
Kurze Antwort: Nichts.
Das laute Trommeln der beiden Herren ist im besten Fall unterhaltsam, eignet sich jedoch nicht als Grundlage für Anlageentscheidungen.
Die Aussichten von SpaceX wurden vom Hauptaktionär weniger mit den aktuellen Produkten beworben, sondern lieber mit fantastischen Visionen von Rechenzentren im All und der Besiedlung des Mars. Das sehen wir kritisch.
Die Rückkehr solcher Mega-Börsengänge sorgt bei Finanzkommentatoren derzeit für hitzige Diskussionen. Manche sehen sie als Zeichen für eine überschwängliche Euphorie unter Anlegerinnen und Anleger, auf die schwierigere Börsenmonate folgen (müssen). Die Lage lässt sich aber nüchtern betrachten. Es gibt keine Naturgesetze für die Entwicklung der Börse.
Was die Finanzgeschichte jedoch zeigt: Firmen gehen meistens dann an die Börse, wenn die bisherigen Eigentümer einen besonders hohen und vorteilhaften Verkaufspreis erzielen können. Sie mahnt deshalb zur Vorsicht, denn die Kursentwicklung der meisten "neuen" Aktien war in den ersten Jahren gemäss umfangreichen Studien des renommierten Professors Jay Ritter nachweislich enttäuschend.
Warum man sich keine Sorgen machen muss
Mit Blick auf IPOs sind Anlegerinnen und Anleger, die breit in ETF investieren, in der Regel kaum betroffen. Normalerweise dauert es eine gewisse Zeit, bis eine neue Aktie in einen Leitindex aufgenommen wird und selbst dann startet sie dank dessen breiter Streuung mit einem minimalen Gewicht.
Bei SpaceX kam es in diesem Fall durch eine Sonderregelung zu einer schnelleren Aufnahme, aber das Gewicht der Firma in den Leitindizes ist derzeit minimal. Aber selbst wenn der Anteil der frei handelbaren Aktien bis Ende des Jahres steigt, wird SpaceX unter der Annahme stabiler Kurse voraussichtlich keine dominante Position in breit gestreuten Portfolios einnehmen.
Die Achterbahnfahrt einzelner Trend-Aktien spielt für den langfristigen Anlageerfolg keine Rolle. Breite Diversifikation sei Dank!
Ausblick
Man sollte keine Prognosen machen. Das Rezept ist und bleibt simpel: Langfristig, breit abgestützt und kostengünstig anlegen.
Zum Autor
Matthias Bryner ist CEO und Gründer von findependent, der Schweizer Investment App und Robo Advisor der Jahres 2024 und 2025.
Er hat an der Universität Zürich den Bachelor und an der Universität St. Gallen (HSG) den Master in Banking & Finance gemacht.
Matthias Bryner, Gründer und CEO des digitalen Vermögensverwalters findependent sowie Autor des vierteljährlich erscheinenden findependent Marktberichts.
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