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USA im Blick 10.06.2026 22:24:00

KI-Aktien: Der Boom ist noch lange nicht vorbei

KI-Aktien: Der Boom ist noch lange nicht vorbei

Die Zahlen sind schwindelerregend, und sie wachsen weiter. Allein Amazon, Microsoft, Google und Meta haben für 2026 Investitionsausgaben von rund 650 Mrd. Dollar in KI-Infrastruktur angekündigt.

Das Epizentrum liegt klar in den USA, wo Nordamerika den Markt für KI-Rechenzentren mit einem Anteil von über 32 Prozent dominiert und die Nachfrage bis 2030 jährlich um 10 Prozent wachsen soll.

Diese Kapitalflut landet zuerst bei den Unternehmen, die die physische Grundlage liefern: Chiphersteller, Ausrüster und Netzwerktechnik-Konzerne. Nvidia etwa verkauft längst keine einzelnen Chips mehr, sondern komplette KI-Infrastrukturen, und steht damit exemplarisch für eine ganze Wertschöpfungskette, die vom Rekordinvestitionszyklus der Hyperscaler direkt profitiert. Mehr Rechenzentren bedeuten mehr Rechenkapazität, mehr Rechenkapazität bedeutet leistungsfähigere Modelle, und leistungsfähigere Modelle treiben wiederum die Nachfrage. Ein Kreislauf, der sich selbst beschleunigt, und dessen Profiteure an der Börse bereits klar sichtbar sind.

Den emotionalen Zünder liefern aktuell die geplanten Börsengänge der KI-Modellbauer. Anthropic, das Unternehmen hinter dem KI-Assistenten Claude, hat kürzlich die Börsenpläne offiziell gemacht und wurde zuletzt von privaten Investoren mit knapp 1 Bio. Dollar bewertet. Auch OpenAI arbeitet an einer Notierung. Die Frage, welches der beiden Unternehmen zuerst an die Börse geht, hat strategisches Gewicht: Wer den ersten grossen KI-Pure-Play an den öffentlichen Märkten definiert, setzt den Massstab, an dem alle anderen gemessen werden.

Für Anleger bedeutet das, dass die Bewertungsdiskussion rund um KI in eine neue, kapitalintensivere Phase tritt. Direktinvestments in Anthropic oder OpenAI bleiben bis zum IPO verschlossen. Aber wer schon jetzt vom Wachstum des gesamten KI-Ökosystems profitieren will, findet den direktesten Zugang über ETFs, am besten in einer Kombination, die breite Marktabdeckung, einen klaren Infrastrukturfokus und einen spekulativen Ausblick verbindet.

Der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF 1C bildet das solide Rückgrat. Mit 7'293 Mio. Fr. Fondsvolumen ist er der grösste Vertreter seiner Kategorie und deckt neben KI auch Datensicherheit und Datenverarbeitung ab, also das gesamte digitale Fundament. Samsung Electronics (6.9 Prozent), Micron Technology (4.5 Prozent) und Apple (4.5 Prozent) führen das 87 Positionen umfassende Portfolio an. Bei einer TER von 0.35 Prozent und einer 5-Jahres-Performance von 127 Prozent ist er das, was ein guter Basiswert sein sollte: verlässlich und kosteneffizient.

Den strukturellen Kern der These, nämlich dass die grossen Kapitalflüsse primär der Infrastruktur zugutekommen, bespielt der iShares AI Infrastructure UCITS ETF USD (Acc) am direktesten. Seit seiner Auflage im Dezember 2024 legte er knapp 109 Prozent zu, das Fondsvolumen ist auf 814 Mio. Fr. angewachsen. AMD (4.8 Prozent), Applied Materials (4.7 Prozent) und Cisco Systems (4.6 Prozent) stehen an der Spitze eines Portfolios, das zu 88 Prozent im Technologiesektor investiert. Die TER liegt ebenfalls bei 0.35 Prozent. Anders als ein klassischer KI-ETF setzt dieser Fonds nicht auf die Modellbauer selbst, sondern auf die Unternehmen, die die Hardware bereitstellen, auf der jedes KI-Modell läuft.

Als Spezialsituation empfiehlt sich für risikobewusste Anleger der WisdomTree Physical AI, Humanoids and Drones UCITS ETF mit einer TER von 0.45 Prozent. Erst im Februar 2026 aufgelegt, deckt er fünf Themenbereiche ab: humanoide Robotik, Drohnen, autonome Mobilität, Fabriken der nächsten Generation und Logistikrobotik. Das Konzept greift das Narrativ der physischen KI auf, also die Idee, dass künstliche Intelligenz zunehmend in die materielle Welt vordringt. Das Fondsvolumen liegt aufgrund der kurzen Zeit seit Auflage noch bei 126 Mio. Fr., dabei konnte schon eine Performance von 11.3 Prozent erzielt werden. Der kurze Track-Record und das noch überschaubare Volumen machen ihn klar zur Beimischung, nicht zur Kernposition.

Fazit: Zusammengenommen folgen die drei ETFs einer schlüssigen Investitionslogik: vom bewährten Marktführer über den direkten Infrastrukturgewinner bis hin zur Wette auf die physische KI von morgen. Der Boom hat seine stärkste Phase möglicherweise noch vor sich.

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Gold & Silber: Ausblick 2026 mit Torsten Dennin

Gold & Silber im Crash – was steckt hinter dem Preisrücksetzer?
Nach starken Kursanstiegen bei Gold und Silber kam es Anfang 2026 zu historischen Rücksetzern . Doch was waren die Ursachen? Und wie geht es jetzt weiter mit den Edelmetallen und dem «digitalen Gold» Bitcoin?

Im Gespräch mit Prof. Dr. Torsten Dennin, CIO von Asset Management Switzerland AG und Rohstoffexperte, analysieren wir:

Warum Silber innerhalb weniger Tage über 30 % verlor
Parallelen zum „Silver Thursday“ 1980
Welche Rolle die Fed und Zinserwartungen spielten
⚖️ Warum Silber stärker schwankt als Gold
Ob Gold wirklich ein „sicherer Hafen“ ist
Wie hoch die ideale Goldquote im Portfolio sein sollte
⛏️ Warum Gold- und Silberminen 2026 besonders spannend sein könnten
Warum 2026 ein Rohstoffjahr werden könnte (Öl, Kupfer, Agrarrohstoffe)
₿ Und was der Bitcoin-Rücksetzer mit Tech-Aktien gemeinsam hat

Spannend: Torsten Dennin hatte bereits im September eine Gold-Prognose von 4.200–4.400 USD und Silber bei 60–80 USD genannt – beide Ziele wurden erreicht bzw. übertroffen.

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