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Geldpolitik 30.04.2026 16:05:53

EZB hält an Leitzinsniveau fest

EZB hält an Leitzinsniveau fest

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Geldpolitik wie erwartet nicht geändert.

Wie sie am Nachmittag mitteilte, bleibt der Bankeinlagensatz bei 2,00 Prozent. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten diese Entscheidung ungeachtet des kriegsbedingten Inflationsanstiegs erwartet. Die EZB hatte ihren Leitzins zwischen Juni 2024 und Juni 2025 acht Mal gesenkt, ihn seither aber unverändert gelassen.

Lagarde: EZB-Rat hat ausführlich Zinserhöhung diskutiert

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat nach den Worten von Präsidentin Christine Lagarde über eine sofortige Zinserhöhung diskutiert. "Wir haben auch ausführlich die Möglichkeit einer Zinserhöhung diskutiert", sagte Lagarde in der Pressekonferenz nach der jüngsten EZB-Ratssitzung. Anschliessend habe der Rat aber einstimmig beschlossen, den Leitzins unverändert zu lassen.

"Es herrscht eine solche Unsicherheit, dass wir all dies bei unserer nächsten geldpolitischen Sitzung verstehen und neu bewerten müssen", fügte sie hinzu. In sechs Wochen werde der richtige Zeitpunkt sein wird, um die Entwicklung zu beurteilen und insbesondere den Ausgang des Konflikts zu verstehen. "Oder, falls es keinen Ausgang gibt, wird allein das schon aufschlussreich sein", sagte Lagarde.

Lagarde zufolge entfernen sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von dem von der EZB im März veröffentlichten Basisszenario. Wo genau zwischen den Szenarien man sich befinde, das sei die entscheidende Frage, die man derzeit aber nicht beantworten könne.

Der Rat hatte wie erwartet beschlossen, den Leitzins bei 2,00 Prozent belassen und eine Geldpolitik zugesagt, die für eine mittelfristige Stabilisierung der Inflation bei 2 Prozent sorgen soll.

Lagarde: Richtung für Juni-Sitzung scheint klar

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat nach Aussage von EZB-Präsidentin Christine Lagarde einige Formulierungen seines Statements verändert, die auf eine veränderte Einschätzung des Gremiums zum Ausblick hindeuten. In ihrer Pressekonferenz nach der jüngsten Ratssitzung verwies Lagarde darauf, dass im aktuellen Dokument nicht mehr von aufwärts "geneigten" Aufwärtsrisiken für die Inflation und abwärts "geneigten Wachstumsrisiken die Rede sei, sondern einfach von Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wachstum.

"Ausserdem unterscheiden wir nicht mehr zwischen langfristig und kurzfristig. Wir betrachten den gesamten Zeitraum und sind der Ansicht, dass das Risiko für das Wachstum nach unten und für die Inflation nach oben gerichtet ist", sagte sie.

Auf dieser Basis und angesichts der bestehenden Unsicherheit werde der EZB-Rat die Situation auf Grundlage der Daten, der Projektionen, der Sensitivitätsanalysen und der aktualisierten Szenarien im Juni neu bewerten. "Und dann werden wir eine Entscheidung treffen. Ich denke, was die Richtung betrifft, weiss ich, wohin wir steuern", sagte sie.

DOW JONES

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