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Krisengeplagte Bank 22.09.2022 23:00:00

Credit Suisse-Aktie: Mit diesen Stärken kann die zweitgrösste Schweizer Bank punkten - trotz zahlreicher Probleme und Skandale

Credit Suisse-Aktie: Mit diesen Stärken kann die zweitgrösste Schweizer Bank punkten - trotz zahlreicher Probleme und Skandale

Die Credit Suisse durchlebte in den vergangenen Jahren so einige Krisen und auch die Aktie der zweitgrössten Schweizer Bank verlor deutlich an Wert. Dennoch kann die Credit Suisse auch Stärken vorweisen und die Aktie unter bestimmten Voraussetzungen eine Chance für Anleger bieten.

• Credit Suisse durchlebt in den vergangenen Jahren zahlreiche Krisen
• Aktie verliert deutlich an Wert
• CS kann dennoch einige Stärken vorweisen - Chancen für die Zukunft

Credit Suisse in der Krise

Die Credit Suisse machte in den vergangenen Jahren mit einigen Negativ-Schlagzeilen von sich reden. Um nur einige davon zu nennen: der Beschattungsskandal, der Greensill-Skandal, der Archegos-Skandal, der Quarantäneskandal und der Singapur-Gerichtsfall, in dem der CS Trust zuletzt eigene Fehler eingeräumt hat.

Daneben liessen auch die Finanzergebnisse der Credit Suisse zu wünschen übrig. Das von Skandalen geprägte Geschäftsjahr 2021 beendete die CS mit einem Verlust von 1,6 Milliarden Franken. Und auch in das neue Jahr startete die zweitgrösste Schweizer Bank in den roten Zahlen. Das zweite Quartal 2022 schloss die Credit Suisse mit einem deutlichen Verlust von 1,59 Milliarden Franken ab - während im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von 253 Millionen Franken zu Buche schlug. Belastet worden sei das Ergebnis laut der Bank unter anderem von höheren Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und geopolitischen, makroökonomischen sowie marktspezifischen Herausforderungen.

Die Skandale rund um die Credit Suisse und die schlechten Ergebnisse belasten auch das Image der Schweizer Bank. "Unser Ruf hat sehr gelitten", erklärte Schweiz-Chef André Helfenstein, wie die Nachrichtenagentur awp kürzlich berichtete, in einem Interview mit der Online-Plattform Finews.

Entwicklung der Credit Suisse-Aktie

Auch die Credit Suisse-Aktie hat in den vergangenen Monaten und Jahren deutlich an Wert verloren. Seit Jahresbeginn ging es für die Anteilsscheine um 44 Prozent auf zuletzt 4,92 Franken runter (Stand: Schlusskurs vom 19.09.2022). In den letzten drei Jahren fiel die Credit Suisse-Aktie um 61 Prozent zurück, betrachtet man die letzten fünf Jahre ging es für die Papiere um 68 Prozent abwärts und von ihren einstigen Höhen vor der Finanzkrise ist die Aktie inzwischen mehr als 90 Prozent entfernt.

Das Anleger-Interesse an der Credit Suisse-Aktie ist laut cash.ch allerdings ungebrochen hoch. So seien die Anteilsscheine der Bank in der immer montags veröffentlichten Liste der im cash-Trading meistgehandelten Aktien gewöhnlich unter den Top Ten - öfter auch unter den Top Five.

Verankerung in den Schwellenländern

Dennoch besitzt die Credit Suisse neben all dem Negativen, den Skandalen, den schlechten Finanzergebnissen und der schwachen Performance der Aktie natürlich auch Stärken und so bestehen auch Chancen für die Nummer zwei der Schweizer Banken.

Als eine der Stärken der CS macht Vontobel-Bankenanalyst Andreas Venditti, wie cash.ch berichtet, ihre Verankerung in den Schwellenländern aus. "Die Bank profitiert stark vom Image der Schweiz", so Venditti und je weiter man sich geographisch von der Schweiz entferne, desto weniger stark hätten sich die Krisen der vergangenen Jahre auf die Bank ausgewirkt. So liessen reiche Familien in Schwellenländern einen Teil ihrer Vermögen gern von einer Schweizer Bank verwalten.

Schweizer Geschäft

Doch auch das Schweizer Geschäft sei laut Venditti eine Stärke der Credit Suisse. "Es leidet unter den Problemen, die durch andere Einheiten verursacht werden, also den schlechten Leistungen der Investmentbank oder den Rechtsstreitigkeiten in der Vermögensverwaltung", so der Analyst gegenüber cash.ch. Dass das Schweizer Geschäft dennoch solide Resultate ausweise, sei Venditti zufolge eine Leistung.

Im Zweiten Quartal dieses Jahres erzielte die Swiss Bank Nettoumsätze von 1,05 Millionen Franken und ein Ergebnis vor Steuern von 402 Millionen Franken. Und wie die Bank im Rahmen ihrer Zahlenvorlage mitteilte, dürfte die Swiss Bank auch weiterhin eine solide Performance erzielen.

Investmentbank im Fokus

Eine Möglichkeit die CS mittelfristig zu stabilisieren, liegt laut cash.ch ausserdem im Aufbau der Bank, mit ihren Geschäftsbereichen Vermögensverwaltung, Swiss Bank, Asset Management und Investmentbank. Letztere habe immer wieder für Verluste und Abschreibungen gesorgt und damit selbst Analysten, die die Aktie allen Widrigkeiten zum Trotz zum Kauf empfehlen, Sorgen bereitet. Wie cash.ch berichtet, zählt Bloomberg derzeit 15 "Hold"-Ratings, neun "Sell"-Ratings und vier "Buy"-Ratings für die Credit Suisse-Aktie.

Venditti meint, dass die CS beim Umbau der Investmentbank in einem Dilemma stecke: "Je durchgreifender die Massnahmen sein werden, desto teurer wird es", gibt cash.ch den Analysten wieder. Doch die Bank dürfte daran nun arbeiten. In ihrem Bericht zu den Zahlen zum zweiten Quartal spricht die Credit Suisse davon, die Investment Bank in ein kapitalarmes, beratendes Bankgeschäft und ein stärker auf Märkte fokussiertes Geschäft zu transformieren, das das Wachstum der Vermögensverwaltung und der Franchises der Schweizer Bank ergänzt.

Entscheidende Faktoren für eine Erholung der Credit Suisse-Aktie

Ein "Silberstreif am Horizont" sei, wie Citigroup-Analyst Andrew Coombs in einem Update im Sommer meinte, dass die Bank eine weitere anstehende Kapitalerhöhung dementierte, berichtet cash.ch. Des Weiteren habe er darauf hingewiesen, dass die Kapitalausstattung stark ausfalle und das gemäss Basel-III erforderliche Ziel von 14 Prozent beim harten Kernkapital bis 2024 erreichbar sei. Der Citigroup-Analyst habe die Voraussetzungen für eine Erholung der Aktie wie folgt zusammengefasst: "Erstens, ein Ende unerwarteter Risiko-Ereignisse, zweitens, eine Rückkehr zu Umsatzwachstum und einer positiven Ertragsdynamik, und drittens, ein Bekenntnis zu höherer Kapitalrendite."

Redaktion finanzen.ch


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