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Konkurrenz für die Schweiz 04.07.2022 22:56:00

Sanktionen nicht ohne Folgen: Russische Rohstoffhändler wandern aus der Schweiz nach Dubai ab

Sanktionen nicht ohne Folgen: Russische Rohstoffhändler wandern aus der Schweiz nach Dubai ab

Nach Russlands Angriff auf die Ukraine am 24. Februar verhängte die Europäische Union Sanktionen gegen Russland, denen sich auch die Schweiz - nach anfänglichem Zögern unter Verweis auf die traditionelle Neutralität des Landes - anschloss. Nun machen sich die Folgen der Sanktionen bemerkbar.

• Die Schweiz ist einer der wichtigsten Rohstoffhandelsplätze weltweit
• SChweiz für Russland als Rohstoffhandelsplatz unverzichtbar gewesen
• Sanktionen erschweren Handel mit Moskau - Unternehmen wandern nach Dubai ab

Die Schweiz ist weltweit einer der wichtigsten Rohstoffhandelsplätze. Der Rohstoffsektor in der Schweiz umfasst laut Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) "namentlich Handelsunternehmen, aber auch Banken, die sich auf die Finanzierung des Rohstoffhandels spezialisiert haben, Wareninspektionsfirmen, Reedereien und Versicherungen." Die Bedeutung für die Schweizer Volkswirtschaft sei gross: etwa 900 Unternehmen mit rund 10'000 Mitarbeitenden seien in der Rohstoffbranche tätig.

Auch für Russland war die Eidgenossenschaft als Rohstoffhandelsplatz unverzichtbar. Wie das Tagblatt im Februar berichtete, wurden bis dato 80 Prozent der russischen Rohstoffe über die Schweiz gehandelt - doch die Situation hat sich mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine verändert.

Schweiz folgt EU bei Sanktionen gegen Russland

Die Schweiz ist der EU in Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine bei der Verhängung von Restriktionen gegen einige Rohstoffe, Banken und Personen, die dem Kreml nahe stehen, gefolgt und nun will die Europäische Union bis Ende 2022 Beschränkungen erlassen, die die Versicherung und Finanzierung des Transports von russischem Öl in Länder ausserhalb des Blocks verbieten. Die Schweiz hat angekündigt, sich dem anzuschliessen: "Der Bundesrat hat angekündigt, dass er genau das Gleiche tun wird, und das ist ein Teil davon", so ein Sprecher des Schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) gegenüber Bloomberg. "Wenn das Gesetz vollständig in Kraft tritt, wird es wahrscheinlich den Handel mit russischem Öl erschweren und das im April verkündete Verbot von Maklergeschäften, Verkäufen und Finanzdienstleistungen für russische Kohle ergänzen. Aber die Vorschriften werden auch dazu beitragen, dass einige Unternehmen abwandern."

Rohstoffunternehmen suchen sich neues Eldorado

Diese Abwanderung macht sich bereits jetzt bemerkbar: Nachdem es laut Bloomberg für russische Rohstoffhändler in der Schweiz immer schwieriger wird, Geschäfte mit Moskau zu machen, scheint es zu einer Art Exodus zu kommen. So seien bereits mehrere Firmen von Genf nach Dubai abgewandert und die drei grössten russischen Ölproduzenten seien gerade dabei, zu beurteilen, ob die Wirtschaftsmetropole der Emirate sich für ihre Handelsaktivitäten eigne, da Dubai keine Sanktionen gegen Russland verhängt hat.

Die Führungskräfte des russischen Mineralölunternehmens Rosneft seien im Mai nach Dubai gereist, um die Idee eines Handelsunternehmens zu prüfen und, wie Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, gegenüber Bloomberg sagten, auch GAZPROM wolle seine Präsenz in Dubai ausbauen. Derweil plane der Vertriebs- und Handelszweig des russischen Energieriesen LUKOIL, Litasco, einige russische Mitarbeiter von Genf nach Dubai zu verlagern und dort seinen neuen zentralen Umschlagplatz einzurichten. Ein weiteres Unternehmen aus Genf, Solaris Commodities, das russisches Getreide handelt, habe laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person bereits ein Büro in Dubai eröffnet, da es für das Unternehmen - auch wenn sich die Sanktionen nicht auf landwirtschaftliche Produkte beziehen - schwieriger geworden sei, Zugang zu Finanzmitteln zu erhalten.

Auch Rohstoffunternehmen aus Zug, das für seine sehr geringen Steuern bekannt ist und so lange Zeit Drehscheibe für den Rohstoffhandel war, könnten nach Dubai flüchten. So plane Suek, Exklusivvermarkter von Kohle des grössten russischen Produzenten, den Aufbau eines Handelsgeschäfts in Dubai, und einer der weltgrössten Düngemittelproduzenten, EuroChem, mit einem Grossteil seiner Aktiva in Russland, gründe ebenfalls ein Unternehmen in Dubai, wie die Handelszeitung berichtet.

Dubai lockt russische Unternehmen

So werde der Handel laut Wouter Jacobs, Direktor des Erasmus Commodity & Trade Center an der Erasmus-Universität in Rotterdam, weitergehen. "Die Länder des Nahen und Mittleren Ostens werden im Vergleich zu der bisher eher eurozentrischen Situation des Rohstoffhandels an Bedeutung gewinnen", erklärte er gegenüber Bloomberg. Damit verschärft sich die Konkurrenz für die Schweiz als globaler Rohstoffhändler.

Dubai sei indes schon auf die Zuwanderung vorbereitet. Wie die Handelszeitung berichtet, richtete das Dubai Multi Commodities Center bereits im vergangenen Jahr zusammen mit der Moskauer Handelskammer eine Veranstaltung aus, um russische Unternehmen von einer Ansiedlung in Dubai zu überzeugen. Die Freihandelszonen, die Nähe zu den Energieproduzenten des Nahen Ostens und die niedrige Besteuerung wirkten attraktiv auf Unternehmen, und die Banken der Vereinigten Arabischen Emirate hätten sich in den letzten Jahren zu Grundsäulen in der Finanzierung des Rohstoffhandels entwickelt. "Dubai hat sich zu einem echten globalen Rohstoffzentrum entwickelt", so Najla Al Qassimi, Direktorin für globale Angelegenheiten der Denkfabrik B'huth, laut Institutional Money gegenüber Bloomberg News. "Es gibt die richtige Infrastruktur, den richtigen Transport und die richtigen Dienstleistungen, um diese Unternehmen zu unterstützen." So ist es kaum verwunderlich, dass es seit Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine einige wohlhabende Russen und deren Geld in die Emirate gezogen hat und nun staatliche und private Rohstoffunternehmen folgen.

Redaktion finanzen.ch


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