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Inflation im Blick 09.05.2024 23:08:00

Nächste Zinssenkung im Juni? UBS-Chefökonom geht für 2024 von zwei weiteren Zinssenkungen aus

Nächste Zinssenkung im Juni? UBS-Chefökonom geht für 2024 von zwei weiteren Zinssenkungen aus

Nachdem die SNB den Leitzins im März überraschend gesenkt hat, stellt sich die Frage, wie es mit der Geldpolitik der Schweizer weitergeht. UBS-Chefökonom Daniel Kalt rechnet in diesem Jahr noch mit zwei weiteren Zinssenkungen.

• SNB hat Zinsen erstmals im März gesenkt
• SNB-Kommunikationspolitik im Blick
• Experte geht von zwei weiteren Zinsschritten aus

Erste Zinssenkung im März

Die SNB überraschte im März mit der ersten Leitzinssenkung in diesem Zyklus. Am 21. März haben die Währungshüter den Leitzins der Schweiz um 25 Basispunkte auf 1,5 Prozent gesenkt und damit die Zinswende offiziell eingeleitet. Damit sind sie auch anderen grösseren Notenbanken wie der EZB oder der Fed einen Schritt voraus. Hier haben sich die Währungshüter bisher noch nicht zu einer Zinssenkung entschieden.

Die entsprechenden Verantwortlichen der Schweizer Nationalbank erklärten, dieser Schritt sei wegen der seit längerem rückläufigen Teuerung in der Schweiz möglich gewesen. Ausserdem trage die Zinssenkung zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung bei, erklärte die Notenbank. Dies führt beispielsweise zur Senkung der Kreditkosten. Jedoch war es vermutlich vor allem das Anliegen der Nationalbank, die heimische Exportwirtschaft zu unterstützen, die seit Jahren unter dem starken Franken leidet.

Der UBS-Chefökonom Daniel Kalt erklärt ausserdem gegenüber cash.ch: "Die SNB gibt uns nur quartalsweise gewisse Informationen. Noch im Dezember signalisierte sie mit ihrer bedingten Inflationsprognose, dass wir 2024 wieder mit Teuerungsraten von bis zu zwei Prozent rechnen müssen. Im März nun hat sie ihre eigene Prognose deutlich herunter korrigiert. Mit anderen Worten: Sie hat erst jetzt zugegeben, dass sie Ende 2023 zu pessimistisch war. Würde sie mit höherer Frequenz kommunizieren, hätten wir die Zinssenkung früher antizipieren können. Das ist sicher ein Learning." Kalt merkt jedoch auch an, dass die Inflation schneller und stärker zurückgegangen sei, als auch die Experten der UBS es erwartet hätten.

SNB sollte Kommunikationspolitik prüfen

Und auch andere Experten äusserten sich zuletzt zu der Kommunikationspolitik der Schweizer Notenbank. Wie Karsten Junius, Chefvolkswirt bei der Bank J. Safra Sarasin, in einem Gastkommentar bei NZZ erklärt, sollte die SNB ihre Geldpolitik transparenter gestalten und damit das Risiko von plötzlichen Wechselkursschwankungen zu reduzieren. Wenn die Finanzmärkte wiederholt von zentralen Entscheidungen wie Zinsänderungen der Nationalbank überrascht werden, deute dies laut Junius darauf hin, dass die Nationalbank möglicherweise die Wichtigkeit ihrer Kommunikationsstrategie unterschätzt.

Dies bedeute jedoch nicht, dass die Schweizerische Nationalbank Gerüchte streuen sollte, um Markterwartungen zu beeinflussen, wie es gelegentlich von anderen Zentralbanken praktiziert werde. Die Tatsache, dass es keinerlei undichte Stellen im Vorfeld ihrer vierteljährlichen Sitzungen gebe, spreche sogar für die SNB. Dennoch müsse die Notenbank erkennen, dass die Vorteile einer Safe-Haven-Währung nicht allein in der Bekämpfung von Inflation oder der politischen Neutralität der Schweiz liegen. Sie gründen auch auf einer kalkulierbaren Geldpolitik, die das Risiko willkürlicher Einflüsse auf den Wechselkurs minimiert.

Der Nachfolger von SNB-Präsident Thomas Jordan sollte besser verstehen, dass Kommunikation in der heutigen Welt ein wesentlicher Bestandteil des politischen Instrumentariums jeder Zentralbank geworden ist. Das Direktorium der SNB sollte daher zukünftig intensiver mit den globalen Finanzmärkten kommunizieren, so Junius.

UBS-Chefökonom geht von zwei weiteren Senkungen aus

Was eine weitere Zinssenkung betrifft, erklärt Kalt gegenüber cash.ch, dass es jetzt vor allem darum gehe, die Balance zu halten. Der Franken habe sich gegenüber dem Euro und dem US-Dollar abgeschwächt. Aus diesem Grund werde die SNB auch auf die EZB schauen, die erst vor Kurzem signalisiert habe, dass es im Juni vermutlich zu einer ersten Zinssenkung kommen werde. Sollte die EZB diesen Zinsschritt vollziehen, geht Kalt davon aus, dass die SNB wahrscheinlich folgen werde.

Für die USA sehe es jedoch noch nicht nach einer baldigen Zinssenkung aus. "Die amerikanische Notenbank (Fed) wird im Juni noch nichts machen, sondern frühestens im Herbst. Doch der Hauptreferenzpunkt für die SNB bleibt die EZB. Wenn der Zinssenkungszyklus in Europa eingeläutet ist, muss man von weiteren Zinsschritten nach unten im Laufe des Jahres ausgehen. Wir rechnen mit Senkungen im Juni und im September um je 0,25 Prozent. Bei einem Leitzins von 1 Prozent wird die SNB wahrscheinlich einen Marschhalt einlegen. Denn dieses Zinsniveau ist neutral, allenfalls leicht expansiv".

Und auch andere Experten zeigen sich optimistisch für die Schweizer Wirtschaft. Wie Blick in Berufung auf eine UBS-Umfrage berichtet, nehme das Vertrauen in die Schweizer Konjunktur bei Finanzanalysten weiter zu. Mit dem ersten Zinsschritt habe die Notenbank eine Richtung hin zu einer expansiveren Geldpolitik eingeschlagen, heisst es. Die Umfrageteilnehmer rechnen nun damit, dass bis April 2025 zwei weitere Zinssenkungen erfolgen werden. Infolgedessen wurden auch die Erwartungen bezüglich der Inflation angepasst. Die Prognose für das laufende Jahr liegt nun bei 1,4 Prozent und für das nächste Jahr bei 1,2 Prozent. 80 Prozent der Befragten gehen nun davon aus, dass die Schweizer Inflation seitwärts verläuft. Im Gegensatz dazu werde in den USA und der Eurozone ein weiterer Rückgang der Inflation erwartet.

SNB räumt weitere Zinssenkungen ein

Zudem räumte auch die SNB selbst vor wenigen Wochen ein, dass es in naher Zukunft zu einem weiteren Zinsschritt kommen könnte, so Institutional Money. Die Schweizerische Nationalbank gab demnach zu verstehen, dass Anleger bereits kurzfristig mit einer weiteren Senkung des Leitzinses rechnen könnten, wie aus einem Bericht von Bloomberg hervorgeht. So erklärten Direktor Antoine Martin und das stellvertretende Direktoriumsmitglied Thomas Moser, dass die "Swapkurve" heute invertiert sei, was den Erwartungen der Marktteilnehmer entspreche, die von einer moderaten Inflation und weiteren Zinssenkungen durch die SNB in naher Zukunft ausgehen.

Redaktion finanzen.net

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Bildquelle: Keystone,FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images

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