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Sommerrally 17.06.2024 21:16:00

Goldman Sachs-Experte: Aktienmarkt wird von Geldflut überrollt werden

Goldman Sachs-Experte: Aktienmarkt wird von Geldflut überrollt werden

Börsenweisheiten wie das bekannte "Sell in May and go away" warnen vor schwachen Sommermonaten am Aktienmarkt. Ein Experte von Goldman Sachs erwartet jedoch absolut kein Sommerloch, sondern sieht im Juli eine Sommerrally auf die Börsen zukommen, die für neue Rekorde sorgen dürfte.

• Experte erwartet massiven Kapitalzustrom am Aktienmarkt
• Erste Juli-Hälfte als bullisher Zeitraum
• Umschichtung aus Geldmarktfonds erwartet

Dem Aktienmarkt stehen im Juli starke Handelstage bevor, glaubt Scott Rubner, Managing Director der Global Markets Division bei der US-Investmentbank Goldman Sachs. Laut "Business Insider" schrieb er in einer Analyse für Kunden der Bank, dass schon bald eine "Geldmauer" auf den Aktienmarkt zukomme und die Kurse auf neue Rekordhöhen treiben könne.

Juli laut Experte starker Börsenmonat

Für die erwartete Geldflut präsentierte Rubner laut der Nachrichtenseite gleich mehrere Gründe. So markiere der Juli sowohl den Beginn des dritten Quartals als auch des zweiten Halbjahrs - und zu dieser Zeit würden passive Aktienmodelle typischerweise ihre Käufe vornehmen. Dabei spiele auch eine Rolle, dass viele Privatanleger an den Markt zurückkehren würden. "Ich rechne im Sommer mit einem Comeback der Privatanleger, sie sind in der Regel im Juli wieder da", so der Goldman Sachs-Experte laut "Bloomberg". Aus dem Schreiben an Kunden zitiert "Business Insider" Rubner wie folgt: "Neues Quartal (Q3), neues Halbjahr (2H), das ist die Zeit, in der schnell eine Menge Geld in den Aktienmarkt fliesst". So würden jedes Jahr im Juli "etwa neun Basispunkte an neuem Geld eingesetzt. Bei einem Vermögen von 29 Billionen Dollar sind das modellierte Zuflüsse im Juli von 26 Milliarden Dollar", bezifferte der Experte die Grösse der erwarteten Geldschwemme am Aktienmarkt.

Wie Rubner laut "Business Insider" weiter ausführte, sei die erste Hälfte des Julis ausserdem auch historisch gesehen ein bullisher Zeitraum. So seien seit 1928 die ersten 15 Tage im Juli die beste zweiwöchige Handelsperiode des Jahres, und auch die besten einzelnen Handelstage lägen historisch betrachtet in der ersten Juliwoche. Auch jüngere Statistiken seien laut dem Experten "atemberaubend". So habe sich der NASDAQ 100 in den letzten 16 Jahren im Juli jeweils positiv entwickelt und eine durchschnittliche Rendite von 4,64 Prozent erzielt. Der breitere S&P 500 habe sich in dem Sommermonat immerhin noch in den letzten neun Jahren in Folge positiv entwickelt - bei einer durchschnittlichen Rendite von 3,66 Prozent.

Kapital dürfte aus Geldmarktfonds in Aktien fliessen

Daneben dürften viele Investoren laut Meinung von Rubner in naher Zukunft auch ihr Geld von der Seitenlinie abziehen und wieder in den Aktienmarkt stecken. "Meine Vermutung ist, dass wir einige grosse Geldmarktabflüsse erleben werden", schrieb der Experte laut "Business Insider". Momentan befindet sich das von Geldmarktfonds verwaltete Kapital mit rund 7,3 Billionen US-Dollar auf Rekordhöhe.

Typischerweise kommt es zu Umschichtungen von Geldmarktfonds in Aktien, wenn sich die Zinspolitik ändert und die Leitzinsen gesenkt werden. Denn dann sinkt auch die Rendite der Geldmarktfonds. Während einige Zentralbanken wie die Schweizerische Nationalbank oder die EZB ihre Zinsen in diesem Jahr bereits gesenkt haben, wird ein entsprechender Schritt von der US-Notenbank Fed am Markt mehrheitlich erst für September erwartet. Anleger mit hohen Barmitteln könnten eine Leitzinssenkung in den USA angesichts der geldpolitischen Entscheidungen der EZB und der SNB jedoch bereits jetzt vorwegnehmen und sich nach anderen Anlagealternativen umsehen.

Insgesamt könnten die von Goldman Sachs-Experte Rubner erwarteten Zuströme dafür sorgen, dass sich der Aktienmarkt zu neuen Höhen aufschwingt. Von Short-Positionen am Aktienmarkt rät der Experte jedenfalls ab. "Angesichts der bevorstehenden Zuströme [...] liegt die Hürde, um bei Aktien short zu sein, derzeit sehr hoch", so Rubner laut "Business Insider".

Redaktion finanzen.ch

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