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Crash-Prophet 13.02.2022 16:35:00

Börsenguru Jeremy Grantham warnt vor "Superblase"

Börsenguru Jeremy Grantham warnt vor

Investor und Börsenexperte Jeremy Grantham warnte seit Beginn der Corona-Krise bereits mehrfach vor einer starken Überbewertung am Markt, die sich in einer Aktienblase manifestiert. Mit weiteren Problemfeldern am Markt soll sich nun aber eine Superblase gebildet haben, deren Platzen gravierende Folgen haben könnte.

• Warnung vor Überbewertung
• Weiterentwicklung zu "Superblase"
• Fed ignoriert Warnsignale

Dramatische Zuspitzung: "Superblase" am Markt gebildet

Starinvestor Jeremy Grantham warnte bereits einige Male vor der Bildung einer Blase, deren Platzen in einem Crash enden wird. Nun baut der Börsenguru seine pessimistische Einschätzung in einem Beitrag auf der Webseite seines Investmentunternehmens GMO sogar noch aus. "Letztes Jahr um diese Zeit sah es so aus, als ob wir eine normale Blase mit den üblichen Folgen für die Wirtschaft haben könnten. Doch im Laufe des Jahres ist die Blase in die Kategorie der Superblase aufgestiegen", schreibt Grantham in einem Textbeitrag.

"Vierte Superblase der letzten hundert Jahre"

Unter einer Superblase versteht man dem Börsenkenner zufolge die Kombination mehrerer einzelner Blasen, die für sich genommen schon besorgniserregend seien. "In den USA erleben wir heute die vierte Superblase der letzten hundert Jahre", erklärt Grantham. "Frühere Aktien-Superblasen wiesen eine Reihe von Merkmalen auf, die für sich genommen selten und in ihrer Gesamtheit einzigartig für diese Ereignisse sind." Merkmale dafür seien eine starke Beschleunigung des Kursanstiegs sowie eine dauerhafte Verengung des Marktes und eine einzigartige Underperformance der spekulativen Aktien. "Das war 1929 so, das war 2000 so, und das ist auch jetzt so."

Zahlreiche Problemfelder

Demnach seien die bisherigen Superblasen in die Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren sowie den Crash nach dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende gemündet. Als dritte Superblase bezeichnet der Experte die Immobilienblase, deren Platzen 2007 die Weltfinanzkrise auslöste. Und auch die jetzige Superblase bereitet dem Marktkenner Sorgen: So herrsche nun nicht mehr nur die Aktienblase, die Grantham bereits seit Beginn der Corona-Pandemie kritisch beäugt. Im vergangenen Jahr sei ausserdem das Niedrigzinsumfeld und eine starke Performance bei Staatsanleihen zur kritischen Lage dazugekommen. Nun zeichne sich auch noch eine erneute Immobilienblase ab, die ausserdem von einer Rohstoffblase begleitet werde.

Superblase kann jederzeit platzen

"Diese Checkliste für eine Superblase, die ihre Phasen durchläuft, ist nun vollständig, und der wilde Tumult kann jederzeit beginnen", so die zermürbende Einschätzung des Börsengurus. Und auch wenn sich der Markt bereits in der vierten Ausführung der Superblase befinde, halte doch auch das aktuelle Marktumfeld die ein oder andere Besonderheit bereit. "Was dieses Mal neu ist […], ist die ausserordentliche Gefahr der Addition mehrerer Blasen, wie wir sie heute mit dreieinhalb grossen Anlageklassen sehen, die zum ersten Mal in der Geschichte gleichzeitig brodeln. Wenn der Pessimismus auf die Märkte zurückkehrt, stehen wir vor dem grössten potenziellen Abschlag auf das gefühlte Vermögen in der Geschichte der USA."

Kritik an starken Tech-Aktien

Bereits seit Beginn der Pandemie lässt Grantham kein gutes Haar am Aktienmarkt, den er vor allem im Technologiesektor für massiv überbewertet hält. "Meiner Meinung nach hat sich der US-Markt heute am stärksten in die Vorstellung eingekauft, dass Aktien nur steigen können, was sicherlich das wahre Wesen einer Blase ist", so der Marktbeobachter. Auch sei hier ein geradezu absurdes Verhalten der Anleger zu erkennen, was sich auch in zahlreichen Hypes widerspiegle.

Zusätzlich zum aufgeblähten Aktienmarkt, dessen Platzen der Börsenexperte bereits seit einiger Zeit erwartet, hält er auch die niedrigen Zinssätze für extrem gefährlich, auch wenn die US-Währungshüter hier mittlerweile Erhöhungen versprochen haben. Besonders in Kombination mit hohen Anleihekursen sei dies eine explosive Mischung.

"Grösste und extremste Immobilienblase der Geschichte"

Sorgen bereiten dem Investor auch die steigenden Immobilienpreise. "Wir befinden uns in der Tat in der grössten und extremsten globalen Immobilienblase der Geschichte. Nach einem Rekordanstieg von 20 Prozent im letzten Jahr sind die Immobilienpreise in den USA heute so hoch wie nie zuvor und liegen damit sogar noch vor der katastrophalen Immobilienblase von 2006", schreibt Grantham. Auch beäuge er die Situation in China skeptisch, wo zahlreiche Immobilienkonzerne - darunter Evergrande und Fantasia - kürzlich in Zahlungsverzug kamen. Da dort das Geschäft um Immobilien einen besonders hohen Stellenwert habe, stellten Krisenkonzerne aus der Branche auch ein vergleichsweise hohes Risiko für die Wirtschaft dar, das sich auch auf den Rest der Welt erstrecke.

Hohe Rohstoffpreise belasten Einkommen

Und als ob das noch nicht genug wäre, erkennt Grantham derzeit ausserdem eine Rohstoffblase am Markt, wie er in seinem Textbeitrag weiter ausführt. So seien die Preise für Öl und wichtige Metalle derzeit dermassen überteuert, aber auch die Lebensmittelpreise hätten bereits schwindelerregende Höhen erreicht. "Diese hohen Preise sind von Bedeutung, da sie die Inflation anheizen und die Realeinkommen belasten", so der Marktkenner. "Die Kombination aus weiter steigenden Rohstoffpreisen und einer deflationären Vermögenspreisblase, wie wir sie 2008 erlebt haben, ist der ultimative Zangenangriff auf die Wirtschaft und wird mit ziemlicher Sicherheit zu grossen wirtschaftlichen Problemen führen."

Warnung vor schwerwiegenden Folgen

Diese Probleme könnten Grantham zufolge umso dramatischere Folgen mit sich bringen, wenn "dreieinhalb Blasen" gleichzeitig platzen. So habe bereits die Weltfinanzkrise im Jahr 2007 zu einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts der USA geführt, allerdings sei der Anleihenmarkt nur im Bereich risikoreicher Unternehmen überbewertet gewesen, während der Aktienmarkt realistisch bewertet gewesen sei. Die Kombination all dieser Problemfelder könnte also bei einem gleichzeitigen oder leicht versetzten Platzen aller Blasen gravierende Wirtschaftsschäden verursachen. "Ich bezweifle, dass die Spekulanten in der gegenwärtigen Blase jetzt auf mich hören werden, aber es ist meine Aufgabe und möglicherweise das Richtige, diesen Rat zu geben."

Scharfe Kritik an Geldpolitk von Fed & Co.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Situation ernst sei, zeigt sich Grantham ohne Verständnis darüber, dass nicht mit allen Mitteln versucht werde, die Katastrophe zu verhindern. So wirft der Börsenguru der US-Notenbank Fed, aber auch zahlreichen weiteren Zentralbanken vor, die Warnzeichen zu ignorieren. Dies nehme er den Behörden und Einrichtungen übel, weil ein Platzen der Superblase den Wohlstand der Allgemeinheit mindere. "Wenn sich Blasen bilden, vermitteln sie uns ein lächerlich überhöhtes Bild von unserem realen Wohlstand, was uns ermutigt, entsprechend viel Geld auszugeben. Wenn Blasen dann platzen, zerstören sie die meisten dieser Träume und beschleunigen die negativen wirtschaftlichen Kräfte auf dem Weg nach unten. Blasen zuzulassen, geschweige denn, sie zu fördern, ist schlichtweg schlechte Wirtschaftspolitik", lautet das harte Urteil des Investors.

Meme-Aktien, E-Autos und Kryptowährungen Zeichen von "verrücktem" Anlegerverhalten

Wie entkoppelt der Markt von der Realität sei, zeige sich dem Experten zufolge ausserdem daran, dass zahlreiche "verrückte" Trends zu erkennen seien. Dazu zählt Grantham etwa den Hype um Meme-Aktien wie GameStop und AMC. So haben sich beide Unternehmen bereits vor der Pandemie in prekärer Lage befunden, die Corona-Krise habe die Situation aber verschärft. Umso absurder sei es, dass die Anteilsscheine beider Firmen auf neue Höchststände katapultiert werden konnten.

Auch das Verhalten von Tesla-Chef Elon Musk sei ein Symptom der verrückten Anlegerstimmung: Nicht nur halte er es für unverhältnismässig, dass der Kurs der Tesla-Aktie im vergangenen Jahr explodierte, nachdem Pläne des Autovermieters Hertz publik wurden, eine Flotte der Muskschen E-Fahrzeuge ordern zu wollen. Auch der starke Kursanstieg der ursprünglich als Bitcoin-Parodie angedachten Spasswährung Dogecoin, der durch Kommentare des Tesla-Chefs angeheizt wurde, sei ein Indiz.

Mit der hohen Nachfrage nach NFTs habe sich ein neuer Trend gefunden - und der Markt schlage erneut in die gleiche Kerbe.

"Vampirphase des Bullenmarkts"

"In der Zwischenzeit befinden wir uns in einer Phase, die ich als die Vampirphase des Bullenmarktes bezeichne", erklärt der Investor. So werden dem Markt zahlreiche Steine in den Weg gelegt, darunter die Corona-Pandemie, das Ende der expansiven Geldpolitik der Notenbank, das Versprechen höherer Zinsen sowie rekordverdächtige Inflationszahlen. "Und trotzdem fliegt die Kreatur weiter. […] Bis sie schliesslich, gerade als man anfängt zu glauben, dass sie völlig unsterblich ist, umkippt und stirbt", so Grantham weiter. "Je früher, desto besser für alle."

So sollten sich Anleger jetzt positionieren

Um sich jetzt noch gegen das Platzen der Superblase zu wappnen, sollten Anleger dem Börsenexperten zufolge vor allem auf Value-Aktien aus Schwellenländern und einigen Industrieländern wie Japan setzen. "Persönlich halte ich auch etwas Bargeld für die Flexibilität, einige Ressourcen für den Inflationsschutz sowie ein wenig Gold und Silber", verrät Grantham. Abzuraten sei jedoch grundsätzlich von US-Aktien.

Kryptowährungen sind "des Kaisers neue Kleider"

Eine Absage erteilt der Investor aber Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum - und zieht Parallelen zum Märchen "Des Kaisers neue Kleider". "Bei Kryptowährungen fühle ich mich zunehmend wie der Junge, der den nackten Kaiser bei seiner Prozession beobachtet. So viele bedeutende Leute und Institutionen bewundern seinen unglaublichen Mantel, der technisch so kompliziert und überlegen ist, dass normale Menschen ihn einfach nicht verstehen können und ihm vertrauen müssen", so Grantham. Stattdessen halte er den Hype um digitale Währungen eher für Augenwischerei. "Ich würde das nicht tun. Ich habe gelernt, in solchen Situationen lieber zu meiden als zu vertrauen."

Redaktion finanzen.ch


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